Schlechte Ausbeute:

Pilzsammler gehen jetzt meist leer aus

Wie langweilig wäre das Leben, wenn immer alles im Überfluss da wäre. Und so dürfen sich Pilzfreunde aufs nächste Jahre freuen, denn diesmal ist Ebbe in Wald und Flur. Doch es gibt auch Glückspilze.

Klare Sache, Frank Wille (r.) hat Pilzsachverständigem Manfred Böttcher zwei Hallimasch mitgebracht. Die mögen's hölzig unten drunter und sind auf dem Speiseplan nicht zu verachten, sagte er.
Carina Göls Klare Sache, Frank Wille (r.) hat Pilzsachverständigem Manfred Böttcher zwei Hallimasch mitgebracht. Die mögen's hölzig unten drunter und sind auf dem Speiseplan nicht zu verachten, sagte er.

Ein cognacfarbener Hut. Dazu ein Leibchen in Creme. Schlank und nicht zu groß, einer, der sich auf holzigem Boden wohl fühlt: Doch wie heißt er? Das will Frank Wille wissen und reckt Manfred Böttcher das Pilz-Duo hin. Auf dem heimischen Gehöft habe er die beiden Pilze gefunden und obgleich er ein „wenig Ahnung“ habe, seien ihm diese Gesellen fremd:“Das ist Hallimasch. Nicht schlecht. Die vermehren sich sehr. Wenn sie die bei Ihren Obstbäumen gefunden haben, dann sollten sie sich überlegen, auf wen sie mehr Wert legen, denn sonst ist das Obstholz bald weg“, kommentiert Pilzsachverständiger Manfred Böttcher und gibt Wille dennoch gleich ein kurzes Rezept mit auf den Weg. Auch für ein Gespräch ist Zeit, denn so viel los wie um diese Jahreszeit üblich, ist bei Böttcher nicht. Dennoch hat er mit seiner Pilzausstellung im Warener Müritzeum und einem abendlichen Vortrag Pilzfreunde angelockt. Die geplanten 150 Pilzsorten blieben aber aus.

Eine Ausnahme-Pilzsaison im negativen Sinne. „Wir haben nur etwa ein Viertel der Pilze, die üblicherweise im Herbst zu finden sind“, weiß der Mykologe. Grund: Die Feuchtigkeit jetzt kommt zu spät. Das Pilzwachstum sei im Grunde vorbei.  Es gebe zwar die üblichen Gesellen dieser Zeit wie Steinpilze, Marone, Butterpilz und Krause Glucke. Doch eben viel rarer. Hallimasch sei auch seltener als sonst zu finden. Täublinge und Ritterlinge aller Art beinahe gar nicht auszumachen. Allzu viel Hoffnung, dass sich an der für Pilzsammler traurigen Situation noch etwas ändert, will Böttcher nicht schüren. „Mit etwas Glück könnten zum Beispiel noch Maronen kommen“, sagt er. Dazu seien aber Temperaturen um die zehn Grad und zwei, drei Tage Regen nötig. Grob gelte die Faustformel, dass die Schwämme unter acht und über 20 Grad nicht gern wachsen.

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