Brüller beim Hirschrufer-Wettbewerb:

Platzhirsche im Liebesrausch

Wer röhrt am besten? Der Gaudi-Wettbewerb in der Bollewicker Scheune endete mit einer Überraschung. Und der Erkenntnis, dass Gießkanne und Schnorchel echte Brüller sind.

Das ist er, der neue Champion im Hirschröhren: Albrecht Wolter, der mit Charme, Witz und Können überzeugte. Er schaffte es, den Brandenburger Platzhirsch Enrico Braun vom Thron zu vertreiben.
Elke Enders Das ist er, der neue Champion im Hirschröhren: Albrecht Wolter, der mit Charme, Witz und Können überzeugte. Er schaffte es, den Brandenburger Platzhirsch Enrico Braun vom Thron zu vertreiben.

Wenn die starken Platzhirsche aus dem Brandenburgischen einwechseln, muss man ihnen mit List und Tücke begegnen. So jedenfalls hielten es die Herren beim Hirschrufer-Wettbewerb in der Bollewicker Scheune. Platzhirsch war eindeutig der Vorjahressieger Enrico Braun aus Alt Daber – übrigens Vierter auf Bundesebene. Und fünf Konkurrenten forderten ihn heraus.

Mit dabei Hans Günter Kisse, aber auch Albrecht Wolter, ein erfahrener „Hirsch“, der immer ganz dicht um den Titelverteidiger herum pirschte. Ebenso Thomas Soltwedel, der dank fachmännischer Ausrüstung vielversprechend ins Rennen zog. Dieter Fabisch trat dagegen zur Verblüffung der Zuschauer mit einer schlichten Gießkanne an. Und Dirk Lauterbach sorgte mit seiner Abwurfstange samt montiertem Taucherschnorchel für Aufsehen. Wenigstens den Schönheitspreis hätte er dafür einheimsen können.

Der Lockruf des Bierglases

Doch um Schönheit ging es nicht, wohl aber um gute Unterhaltung bei diesem Gaudi-Wettbewerb mit durchaus ernstem Hintergrund. Denn das nachgeahmte Hirschröhren ist bei der Jagd ein traditionelles Ritual, um den Platzhirsch anzulocken. Und es gibt auch für jeden Hirsch jeden Alters den passenden Ruf: Tief und inbrünstig, manchmal so lang, dass man sich fragte, ob der Röhrer überhaupt noch Luft bekam. Dann wieder beherzt und abgehackt, je nach Lust des vom Liebesrausch getriebenen Waldbewohners.

Albrecht Wolter hatte schon bei seiner Vorstellung verschmitzt verkündet, dass es sein erklärtes Ziel sei „unter die ersten Sechs zu kommen“. Dann setzte er noch einen drauf, indem er zeigte, welches der Ruf fürs Schüsseltreiben ist. Er öffnete die Umhängetasche und holte ein Bierglas heraus, in das er kräftig trötete. Letztlich befand die Jury, dass es eben auch auf Charme und Witz ankommt. Der 67-jährige Wolter konnte den Platzhirsch auf Platz drei verdrängen, Zweiter wurde Hans Günter Kisse.

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