Bus bringt Schüler über die Kreisgrenze:

Plauer Gymnasiasten lernen lieber in Malchow

Weil immer mehr Schüler aus dem Nachbarkreis in der Inselstadt lernen, platzt der Schulbus aus allen Nähten. Die Verwaltung sucht nun nach nicht alltäglichen Lösungen.

Die Fleesenseeschule in Malchow ist auch im Landkreis Parchim beliebt. 80 Gymnasiasten aus Plau und Umgebung lernen lieber in der Inselstadt als an der zuständigen Schule in Lübz.
Petra Konermann Die Fleesenseeschule in Malchow ist auch im Landkreis Parchim beliebt. 80 Gymnasiasten aus Plau und Umgebung lernen lieber in der Inselstadt als an der zuständigen Schule in Lübz.

Schüler, die in Plau und in den Dörfern ringsherum wohnen und das Abitur ablegen wollen, lernen offenbar lieber an der Fleesenseeschule in Malchow als an der eigentlichen zuständigen Schule in Lübz. Vor über vier Jahren kamen die ersten Plauer über die Kreisgrenze in die Inselstadt, um hier die Schulbank zu drücken. Inzwischen besuchen rund 80 Schüler von der anderen Seite des Plauer Sees die Fleesenseeschule, eine Kooperative Gesamtschule mit einem gymnasialen Zweig.

Tendenz steigend: In Malchow rechnet man bald mit 120 Schülern aus dem Nachbarkreis. Weil jedoch kein Schulbus von Plau nach Malchow fährt, hat sich die Stadt Malchow selbst um die Schülerbeförderung gekümmert. Keine Selbstverständlichkeit, denn schließlich ist die Schülerverkehr Sache des Landkreises, nicht einer Kommune. "Wir aber wollen, dass die Plauer unsere Schule besuchen. Das dient langfristig der Sicherung unseres Schulstandortes, dafür müssen wir über den Tellerrand schauen", ist Malchows Bürgermeister Joachim Stein (Grüne) überzeugt. Doch wer das Eine will, muss das Andere mögen: Die Stadt Malchow hat einen Schulbus eingesetzt, der an fünf Schultagen in der Wochen morgens und nachmittags die Schüler über die Kreisgrenze bringt - ein Novum im Land Mecklenburg-Vorpommern, wie Stein versichert.

Rund 100 000 Euro werden für den Schülerverkehr aus dem Malchower Stadtsäckel bezahlt. Die Plauer Eltern geben auch etwas dazu - und zwar nicht wenig: 300 Euro pro Kind und Schuljahr zahlt jede Familie, damit ihre Kinder mit dem Bus nach Malchow fahren können. "Das Klima und die Ausstattung an der Schule stimmen, die Leistungen unserer Kinder sind besser", begründet Manuela Reichelt aus Quetzin bei Plau die Schulwahl ihres Kindes. Doch die steigende Zahl der Plauer Schüler bringt auch Probleme mit sich: Der Bus für die Plauer Schüler ist mittlerweile zu klein. Die 55 Sitzplätze reichen nicht mehr aus, viele Kinder müssen stehen - ein Sicherheitsrisiko, das die Eltern gerne mindern wollen. Bürgermeister Stein kommt auch hier den Plauern entgegen: "Wir könnten einen Kleinbus einsetzen, der die Karower Schüler abholt. Damit würde ein wenig Entlastung geschaffen."

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