Verdacht auf Körperverletzung:

Polizei ermittelt gegen Geschäftsführer der SPD-Kreistagsfraktion

Eigentlich ging es nur um eine Jacke, doch daraus wurde schnell mehr. Das Brisante: Der schwer Beschuldigte soll für die Kreistagsfraktion Mecklenburgische Seenplatte arbeiten – der Fall könnte neben der strafrechtlichen durchaus auch eine politische Dimension haben.

Ein Kneipenstreit in Waren mit Folgen: Daran beteiligt soll nämlich der Geschäftsführer der SPD-Kreistagsfraktion sein.
Marcus Beck Fotolia Ein Kneipenstreit in Waren mit Folgen: Daran beteiligt soll nämlich der Geschäftsführer der SPD-Kreistagsfraktion sein.

Wegen des Verdachts auf Körperverletzung, Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte, Bedrohung und Diebstahls muss sich möglicherweise der Geschäftsführer der SPD-Kreistagsfraktion, Ike Hagemann, verantworten. Er soll nach Informationen des Nordkurier Anfang Oktober 2014 bei einem Streit vor einem Warener Pub in unmittelbarer Nähe des Hafens erst auf Vermittlung der Polizei eine fremde Jacke zurückgegeben haben. Als damit der Streit eigentlich schon beigelegt hätte sein können, ist er aber offenbar erst richtig explodiert.

Polizist trägt Verletzungen im Gesicht davon

Nach der Aufnahme der Anzeige soll Hagemann einen der Beamten geschubst und ins Gesicht geschlagen haben, so dass dieser im Unterkieferbereich verletzt worden sei. Daraufhin drückten ihn die Polizisten zu Boden und fesselten ihn. Hagemann soll sich dagegen gewehrt, die Polizisten beleidigt und bedroht haben. Der Geschäftsführer der SPD-Kreistagsfraktion kam in Gewahrsam und zur Blutprobe, weil er laut Polizei alkoholisiert gewesen sein soll. Tags darauf habe sich Hagemann jedoch kooperativ gezeigt und vermutet, dass ihm jemand über ein Getränk eine das Bewusstsein einschränkende Substanz verabreicht habe.

Ermittlungen fast abgeschlossen

Und siehe da: Eine toxikologische Untersuchung ergab dann tatsächlich Amphetaminkonsum, wobei allerdings unklar blieb, ob er die Substanz selbst eingenommen hatte oder nicht.

Diesen Ablauf hat das Polizeipräsidium Neubrandenburg zwar bestätigt, allerdings nicht den Namen des Beschuldigten genannt. Die Behörde hat mittlerweile die Ermittlungen so gut wie abgeschlossen. Die Ergebnisse sollen nach Auskunft von Pressesprecherin Carolin Radloff in den nächsten Tagen der Staatsanwaltschaft übergeben werden. Bei ihr liegt dann letztendlich die Entscheidung, ob es zur Anklage kommt.

Dem Vorsitzenden der SPD-Kreistagsfraktion, Günter Rhein, sind die Vorwürfe gegen seinen Mitarbeiter, der im Übrigen kein gewähltes Kreistagsmitglied ist, zumindest in groben Zügen mittlerweile bekannt. Er will sich aber derzeit mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht dazu äußern. Ähnlich hält es die Kreisverwaltung. Sie sieht für sich selbst oder den Kreistag keinen Handlungsbedarf. Das Ganze sei eine Sache der Fraktion, hieß es.

Diese Auffassung teilt Kreistagspräsident Thomas Diener (CDU). „Wir haben keine Veranlassung zu reagieren“, sagte er. Alles andere wäre eine Vorverurteilung, solange keine Schuld erwiesen sei. „Vorher darf man gar nichts tun.“

Ike Hagemann selbst war bisher für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung