Blitzeralarm in der Region:

Polizei geht auf Jagd nach Rasern

Bis zu 25 Mal pro Tag kracht es auf den Straßen in der Mecklenburgischen Seenplatte. Häufig sind die Fahrer zu schnell unterwegs. Die Polizei will den Bleifüßen deshalb einen Monat lang das Leben schwerer machen.

Mit Geschwindigkeitskontrollen über den gesamten April sollen Autofahrer auf die Gefahr von zu hoher Geschwindigkeit aufmerksam gemacht werden.
Arno Burgi Mit Geschwindigkeitskontrollen über den gesamten April sollen Autofahrer auf die Gefahr von zu hoher Geschwindigkeit aufmerksam gemacht werden.

Temposünder aufgepasst: Die Polizei nimmt seit Monatsanfang im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte verstärkt Raser ins Visier. Mit Geschwindigkeitskontrollen über den gesamten April sollen Autofahrer auf die Gefahr von zu hoher Geschwindigkeit aufmerksam gemacht werden. „Das ist nach wie vor eine der Hauptursachen für Verkehrsunfälle“, sagte Komissar Hardow Zentner vom Warener Polizeirevier zum Auftakt der Aktion am Donnerstag.

Postiert hatten sich die Beamten am ersten Kontrolltag unter anderem an der viel befahrenen Bundesstraße 192 in Penzlin. Die Fahrzeugführer waren hier vernünftig unterwegs, hatten sich vor allem auch auf die Witterungsbedingungen an diesem Tag eingestellt, da immer wieder Schneeschauer einsetzten. Da war keiner zu schnell, die Kontrolle wurde dann auch erst einmal abgebrochen, hieß es aus dem Revier. Am Karfreitag fand keine statt, aber es geht weiter.

Auf der Hut sein müssen Raser in den kommenden Wochen nicht nur in der Mecklenburgischen Seenplatte. Verkehrskontrollen mit dem Schwerpunkt auf Temposünder hat die Polizei ebenfalls für die Landkreise Vorpommern-Greifswald und Vorpommern-Rügen angekündigt.

Autofahrer mit Druck an Verantwortung erinnern

Der Warener Polizeikommissar kennt auch die Kritik an der Blitzer-Aktion und stellte deshalb gleich klar: „Wir wollen nicht abkassieren, sondern die Anzahl der Verkehrsunfälle verringern.“ Zwar sinkt diese seit Jahren, aber im Schnitt kommt es täglich immer noch zu 25 Crashs in der Mecklenburgischen Seenplatte, wie die Polizeiinspektion Neubrandenburg mitteilt. 9150 Mal hat es 2013 laut Polizeistatistik auf den Straßen der Region gekracht. Häufig sind die Verursacher zu schnell unterwegs gewesen. Zu hohes Tempo steht bei den Unfallursachen an zweiter Stelle. Autofahrer müssten deshalb mit einem „gewissen Druck“ an ihre Verantwortung im Straßenverkehr erinnert werden, sagte Zentner. 

Denn was passieren kann, wenn Raser nicht rechtzeitig gebremst werden, wurde bei einem Crash in Waren besonders deutlich: Ein junger Autofahrer sauste im November vergangenen Jahres in Waren versehentlich auf das Gelände eines Autohauses und verursachte an mehreren Fahrzeugen einen immensen Blechschaden. Laut den Ermittlungen war der 24-Jährige offenbar zu schnell unterwegs gewesen und hatte beim Linksabbiegen die Gewalt über sein Auto verloren. Er überfuhr eine Verkehrsinsel, einen Gehweg und kam erst auf dem Gelände des Autohauses zum Stehen. Dort rammte er einen Gebraucht- und einen Neuwagen. Der Fahrer blieb unverletzt, sein Pkw allerdings war nach dem Crash nicht mehr fahrbereit. Den Gesamtschaden bezifferte die Polizei auf rund 14 500 Euro.

Aber längst nicht alle Raserfahrten gehen so glimpflich für die Beteiligten aus wie der Crash auf dem Gelände des Autohauses. Bei Unfällen wegen überhöhter Geschwindigkeit wurden 2013 im Landkreis auch 24 Menschen schwer verletzt und zwei getötet.

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