Durchfahrt verboten!:

Polizei hebt in Rechlin die rote Kelle

Nach diesem Sommer können Verbotsschilder kaum noch schrecken. Zu viele Baustellen, die dazu auch noch ständig wechselten, bremsten Autofahrer aus. Nun hat die Polizei aber noch mal durchgegriffen...

Der Asphalt ist draufgebracht. Doch noch stehen die Durchfahrt-Verboten-Schilder – allerdings nicht an der mittleren Ausfahrt von einem Supermarkt-Parkplatz, wie jetzt bemängelt wurde.
Elke Enders Der Asphalt ist draufgebracht. Doch noch stehen die Durchfahrt-Verboten-Schilder – allerdings nicht an der mittleren Ausfahrt von einem Supermarkt-Parkplatz, wie jetzt bemängelt wurde.

Da hatten die Kraftfahrer die Rechnung aber ohne die Ordnungshüter gemacht. In Rechlin – oh Wunder – gibt es in nächster Zeit eine Baustelle weniger. Die Müritzstraße, zugleich Hauptverkehrsader des Ortes, hat nämlich ihre Asphaltdecke bekommen.  Und die Freude der Rechliner setzte auch sofort ein. Wer wollte da noch warten, bis die aufgestellten Durchfahrt-Verboten-Schilder abgebaut sind?

Ohnehin mussten die Rechliner in diesem Sommer viel Einfallsreichtum beweisen, um überhaupt den Ort durchqueren zu können. Mal eine Umleitung hier, mal eine Umleitung dort, mal durfte ein Stück weit an den Baufahrzeugen vorbeigefahren werden, mal war dies strikt untersagt. Jetzt allerdings, seit die Fahrbahn asphaltiert ist, wollte keiner mehr warten. Und einige rollten schon mal Probe auf dem neuen Asphalt. Doch, oh weh, an einer der nächsten Straßenkreuzungen hatte sich die Polizei postiert und winkte beherzt raus. Das Problem dabei: Nicht überall standen besagte Sperr-Schilder. Wer vom Parkplatz des Einkaufsmarktes am Stadion heraus bog, hatte freie Fahrt – bis, ja bis eben die Kelle der Beamten hochschnellte.

Rechliner über Aktion empört

Aber genau hier hört doch der Spaß auf, meinte Anwohner Hans-Georg Manthey aus Rechlin, der die Sache fast schon für einen Schildbürgerstreich hält. Erst müssen die Rechliner mit den Baustellen bedingten Strapazen leben, dann wird auch noch abkassiert – und das, obwohl die Beschilderung Lücken aufweist. Entweder Sperrschilder, dann aber bitte überall, argumentierte er. Oder die Polizei müsse sich eben zurückhalten. Und überhaupt, warum sei die Straße noch nicht freigegeben? Nordkurier fragte nach: Bürgermeister Wolf-Dieter Ringguth (CDU) verwies darauf, dass die bauliche Abnahme noch aussteht. Und auch die dauerhafte Beschilderung fehle noch. Demzufolge sei die Vorfahrt noch nicht geregelt, und es könnte zu Unfällen kommen. Also ist Geduld angesagt. „Die Baufirma ist da und arbeitet“, erklärte Ringguth am Freitag. Wenn sie es schaffen würde, bis Montag alles zu vollenden, dann würde die Straße auch umgehend frei gegeben.

Und was sagt die Polizei? Jens Fischler, Erster Polizeihauptkommissar in Röbel, wies darauf hin, dass es sich bei besagter Kontrolle um keine verordnete Aktion handelte. Wenn, dann hätten die Kollegen das selbst entschieden: „Und das dürfen sie auch.“ Ob „abgestraft oder nur belehrt“ wurde, vermochte Fischler aber nicht zu sagen. Fakt ist, wenn die Verkehrszeichen stehen, dann gelten sie auch, und dann dürfe die Polizei Verstöße eben auch ahnden. „Es sei denn, die Verkehrsteilnehmer sind von einer Ausfahrt gekommen, an der kein Schild stand. Aber dann haben sie das den Kollegen sicher auch gesagt...“, vermutet Fischler, der diesbezüglich noch Rücksprache mit seinen Kollegen halten will.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung