Daten-Panne:

Polizei verzählt sich bei Fusion-Drogendelikten

Weniger Drogendelikte bei der Fusion – mit dieser Meldung zog die Polizei vor zwei Tagen Einsatzbilanz. Doch die Aussage stimmt nicht. In der Behörde gab es ein Missverständnis.

Drogentest-Lesen für Anfänger: Der Test ist dann positiv, wenn keine Markierung erscheint. In diesem Fall wurde im Urin THC nachgewiesen. Das deutet auf Marihuanakonsum hin.
Udo Roll Drogentest-Lesen für Anfänger: Der Test ist dann positiv, wenn keine Markierung erscheint. In diesem Fall wurde im Urin THC nachgewiesen. Das deutet auf Marihuanakonsum hin.

Die Freude bei der Polizei über einen spürbaren Rückgang von Drogen-Delikten beim Fusion-Festival in Lärz war etwas verfrüht. In ihrer Einsatz-Bilanz nach dem viertägigen Festival hatte die Polizei am Donnerstag 269 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz aufgelistet. Das wären im Vergleich zum Vorjahr in der Tat deutlich weniger Fälle gewesen. „Wir freuen uns, dass nach so vielen Jahren „Fusion“ die Botschaft angekommen ist“, wurde eine Sprecherin zitiert.

Einen Tag später sieht die Realität dann auf einmal ganz anders aus. Von einem Rückgang kann keine Rede mehr sein. Die Polizei musste am Freitag die aktuellen Zahlen nach oben korrigieren mit dem Ergebnis: Die Zahl der Drogen-Delikte zur Fusion 2016 ist annähernd genauso hoch gewesen wie im Vorjahr. Demnach wurden 462 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz registriert – darunter waren auch 191 Fälle, bei den Fahrer mit Drogen hinterm Steuer erwischt wurden. „Es gab ein Missverständnis bei der Datenauswertung“, erklärte eine Polizeisprecherin gegenüber dem Nordkurier das Drogen-Zahlen-Wirrwarr.

Die Polizei hatte vor, während und auch noch mehrere Tag nach dem Festival mit rund 60 000 Besuchern Verkehrskontrollen durchgeführt mit dem Ziel, berauschte und alkoholisierte Fahrer als potenzielle Unfallkandidaten von der Straße zu holen.  Auch wenn das Niveau der Drogen-Delikte gleich geblieben sei, könnten die Kontrollen als Erfolg gewertet werden. Immerhin habe man 191 berauschte Fahrer rechtzeitig aus dem Verkehr gezogen.

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