Aufregung in Malchow:

Poller rauf - nachts bleibt die Insel dicht

Ab Dezember müssen sich Besucher der Stadt Malchow sehr genau überlegen, wohin sie nachts fahren. Denn mit der nächtlichen Absperrung der Insel betritt die Stadt Neuland. Das aber stößt auch bei Abgeordneten auf Kritik.

Bahn frei für die Poller, Stopp für nächtliche Autofahrer: Ab Dezember wird das Durchfahren der Malchower Insel eingeschränkt.
Petra Konermann Bahn frei für die Poller, Stopp für nächtliche Autofahrer: Ab Dezember wird das Durchfahren der Malchower Insel eingeschränkt.

Ziemlich eindeutig hat die Malchower Stadtvertretung die umstrittene  Poller-Satzung verabschiedet – mit zehn Ja- und vier Nein-Stimmen. Während einer Erprobungsphase vom 2. Dezember bis zum 31. Mai 2014 gehen täglich von Mitternacht bis jeweils 5 Uhr morgens die Poller sowohl auf der Insel als auch auf der Landseite hoch. Wer in dieser Zeit mit dem Auto über die Malchower Insel fahren will, muss zuvor eine Genehmigung schriftlich beantragen. Über die im Rathaus registrierte Handy-Nummer des Fahrers werden die Poller dann im Bedarfsfall gesenkt. Anders als in vorherigen Satzungsvarianten haben jetzt alle Bürger der Inselstadt die Möglichkeit, sich im Rathaus als nächtliche „Insel-Fahrer“ registrieren zu lassen.

Bürgermeister Joachim Stein (Bündnis 90/Die Grünen) erklärte, die Erprobungsphase solle ausgewertet werden, um zu erkennen, was diese nächtliche Sperrung der Insel tatsächlich gebracht hat. „Wir wollen eine Beruhigung der Innenstadt erreichen“, so Stein zum Ziel der Satzung.

Gerald Reeps von der Offenen Wählerliste Malchow (OWM) kritisierte, die Stadtverwaltung könne keine Zahlen vorlegen, wie viele Autos nachts wirklich die Insel passieren. Gleichzeitig ist für Reeps die Sperrung Ausdruck des „touristenunfreundlichen Klimas in der Stadt“. Und: Die Registrierung aller Fahrer, die nachts über die Insel rollen wollen, erfordere in der Verwaltung einen erheblichen Aufwand. „Das kostet Zeit und damit Geld.“ Wenn zudem die Telefonnummern der Bürger gespeichert werden, steige die Gefahr der unbefugten Benutzung dieser Daten.

Stadtvertreter Hartmut Kretschmer (SPD) dagegen brach eine Lanze für die Insulaner, die mit dem Lärm vorbeifahrender Autos täglich leben müssen. „Seit 1990 beschäftigen wir uns mit diesem Thema. Diese Satzung nun ist ein Lösungsansatz. Muss es wirklich sein, immer über die Insel zu fahren?“ Die neu gebaute Lagerstraße biete die Möglichkeit einer Umgehung, auch die Autobahn könne als Alternative genutzt werden. „Dann bräuchte man keine Poller.“

 

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