In der Mecklenburgischen Schweiz fehlen Pastoren:

Propst springt Heiligabend in die Bresche

Vier Pastoren nahmen im Sommer in der Region Teterow ihren Abschied. Nur die Kirchengemeinde Gnoien hat die frei gewordene Stelle neu besetzen können. In Teterow wird am 1. November eine neue Ausschreibung gestartet.

Die Stadtkirche Sankt Peter und Paul ist das Zentrum der evangelischen Kirchengemeinde Teterow. Sie sucht derzeit nach einem neuen Pastor.
Eberhard Rogmann Die Stadtkirche Sankt Peter und Paul ist das Zentrum der evangelischen Kirchengemeinde Teterow. Sie sucht derzeit nach einem neuen Pastor.

Schwieriger als erwartet gestaltet sich die Besetzung der seit dem Sommer freien Pastorenstelle in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Teterow. Die erste Runde der Ausschreibung brachte der Gemeinde keine Lösung. Zwar hatten sich zwei Anwärterinnen beworben, doch zu einem Ergebnis kam man nicht, bestätigt Propst Wulf Schünemann.

Die erste Kandidatin war zum Vorstellungsgottesdienst gar nicht erst angereist. Ihre Mitbewerberin hatte sich in der Gemeinde Ende September vorgestellt. „Bei der folgenden Wahl erhielt sie allerdings nicht die erforderliche Zahl von Stimmen, so dass die Stelle weiterhin offen ist“, schildert der Propst die aktuelle Situation. Zum 1. November werde eine zweite Ausschreibungsrunde der vakanten Pastorenstelle starten, stellt er in Aussicht.

Praktisch bedeute dies, dass die Gemeinde erst im kommenden Jahr einen neuen Pastor wird begrüßen können. Denn in der Weihnachtszeit werde es keine Ordination geben.

Die Teterower Gemeinde steht indes nicht ohne Pastor da. Die Vertretung hat seit dem Fortgang von Georg Raatz Pastor Thomas Widmer übernommen. Pastor Raatz war im Juli nach nur dreieinhalb Jahren Dienst in Teterow aus dem Amt geschieden (der Nordkurier berichtete). Nahezu zeitgleich hatte die Kirchengemeinde Gnoien ihre Pastorin Beritt Reinhardt verabschiedet. Für die Gnoiener Lutheraner ist indes die Vakanz absehbar. Die Gemeinde wählte Angelika Mayer-Matz zu ihrer Pastorin. Sie wird ihren Dienst in der Warbelstadt am 1. Februar antreten, ist von Propst Wulf Schünemann zu erfahren.

Noch offen ist die Besetzung der Pastorenstellen in Belitz und Jördenstorf. Pastor Dietmar Cassel hatte seinen Dienst in Belitz planmäßig quittiert und den Michaelishof in Rostock-Gehlsdorf übernommen. Nahezu gleichzeitig hatte Pastor Daniel Havemann in Jördenstorf seinen Abschied genommen. Er wechselte mit der Familie ins benachbarte Holstein nach Bad Segeberg. Während die Kantorenstelle in Jördenstorf, die bislang Annette Havemann innehatte, mittlerweile neu besetzt ist, haben sich für die Pastoren noch keine Nachfolger gefunden. Gegenwärtig sei man mit beiden Gemeinden im Gespräch, bekundet der Propst aus Rostock. Dabei werde geprüft, inwiefern die Anstellung eines Berufsanfängers in Frage komme. „Das ist derzeit aber nur ein Gedanke, der im Raum steht. Wir stehen bei unseren Gesprächen noch ganz am Anfang“, legt Schünemann Wert darauf, dass der Dialog ergebnisoffen geführt werde. Der Propst selbst ist von den Vakanzen persönlich betroffen. Er wird am 24. Dezember Heiligen-Abend-Gottesdienst in der Teterower Stadtkirche Sankt Peter und Paul feiern. 

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