Personalprobleme am Gericht:

Prozess um getötetes Baby beginnt auf letzten Drücker

Ein halbes Jahr nach dem Fund einer Babyleiche in Deven bei Waren muss sich nun die Mutter vor Gericht verantworten. Die Zeit dafür wurde langsam knapp.

Dass eine Mutter aus Deven ihr Baby getötet hat, hat im Dorf viele entsetzt.
Florian Ferber Dass eine Mutter aus Deven ihr Baby getötet hat, hat im Dorf viele entsetzt.

Im Falle des getöteten Babys aus Deven bei Waren startet am 16. Juni, 10 Uhr, die Hauptverhandlung am Landgericht Neubrandenburg. Darüber informierte auf Anfrage Carl Christian Deutsch, Vizepräsident und Pressesprecher am Neubrandenburger Landgericht. Da die Frau seit Dezember 2016 in U-Haft sitzt und ein Prozess binnen sechs Monaten beginnen muss, sei die Verhandlung gegen die 31-Jährige nun auch dringend nötig.

Das Gericht wirft ihr vor, ihr Neugeborenes „vorsätzlich getötet und anschließend in einem Schrank versteckt zu haben”. Dass seit Bekanntwerden des Falls relativ viel Zeit ins Land ging und die mutmaßliche Täterin seitdem in U-Haft sitzt, das hat laut Deutsch auch „mit den Personalproblemen am Gericht zu tun”.

Gibt es ein Teilgeständnis?

Ob die junge Frau nach Prozessauftakt auf freien Fuß gelangt, das könnte erst nach der Hauptverhandlung entschieden werden und hinge vom Gutachten des Psychiaters ab. Auch dieses Gutachten sei nicht von heute auf morgen erstellt und begründe die Monate bis zum Prozess-Start.

Laut Deutsch sei in der Akte der Staatsanwaltschaft eine „geständige Einlassung” als Beweismittel vermerkt – was bedeuten könnte, dass die Angeklagte ein Teilgeständnis abgelegt hat. Bei Totschlag sehe das Gesetz eine Haftzeit zwischen fünf und 15 Jahren vor.