Sparzwang im Müritz Nationalpark:

Ranger weg, aber in Ankershagen gibt niemand auf

Verschlossene Türen gibt es schon viel zu viele. Darum übernimmt die Gemeinde Ankershagen jetzt selbst die Regie im Info-Punkt des Gutshauses Friedrichsfelde. Und der Bürgermeister hat viele Ideen, um noch mehr Auswärtige ins Schliemann-Dorf zu locken.

Hinter dem Gutshaus erstreckt sich das historische Parkgelände. Ein neuer Bereich ist mit Findlingsgarten und Bäumen des Jahres hinzugekommen.
Monika Jacobs Hinter dem Gutshaus erstreckt sich das historische Parkgelände. Ein neuer Bereich ist mit Findlingsgarten und Bäumen des Jahres hinzugekommen.

Nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel kam für Thomas Will die Nachricht, dass die Nationalpark-Information im Gutshaus Friedrichsfelde die Türen schließt. Wurde der Bürgermeister von Ankershagen doch schon Ende 2014 von Ulrich Meßner, Leiter des Müritz-Nationalparkamtes, darauf angesprochen. Denn aufgrund reduzierter Mitarbeiterzahl könne das Amt nicht mehr den Umfang an Aufgaben leisten wie Jahre zuvor.

Ohnehin waren die Ranger vom Müritz-Nationalpark während der Saison nur zu Gast im Gutshaus Friedrichsfelde. „Das Haus gehört der Gemeinde und diese betreibt auch den Info-Punkt. Wir haben lediglich das Personal gestellt, das während der Saison Ansprechpartner für die Gäste war“, stellt Ulrich Meßner klar. Nun müsse man Prioritäten setzen. Was nicht heißt, dass es keine weitere Zusammenarbeit geben werde. Führungen ab Ankershagen, einem der Eingangstore zum Schutzgebiet, gehören ohnehin zum Jahresprogramm des Amtes.

Thomas Will ist ganz optimistisch, dass die Türen zum Info-Punkt auch in diesem Jahr offen stehen. Und da weiß er die Abgeordneten hinter sich. Denn gemeinsam wurde beschlossen, dass die Kommune in Eigenregie die Einrichtung weiter betreibt.

Noch viele Ideen in der Schublade

„Mit Saisonbeginn wird unser Gemeindearbeiter Norbert Sobottka die Türen für die Touristen öffnen. Flyer und Broschüren, die über den Müritz-Nationalpark informieren, liegen aus. Und auch der Blick auf das Storchennest in Rumpshagen wird von dort weiter möglich sein“, sagt das Gemeindeoberhaupt. Schon jetzt gibt es Absprachen mit einer Firma aus der Region, die die Videoübertragung vom Storchenhorst aus in Gang setzt.

Um den Park, der sich hinter dem Gutshaus erstreckt, kümmert sich Karin Krüger. Hier wieder mehr Unterstützung vom Landschaftspflegeverband zu bekommen, ist ein Anliegen der Gemeinde. Thomas Will könnte sich im alten Teil der Grünanlage beispielsweise auch ein kleines Amphitheater vorstellen. Ohnehin hat er viele Ideen für Ankershagen im Schubfach parat, die helfen sollen, noch mehr Touristen in den Ort zu locken. Dabei sind Schliemann-Museum und Kirchengemeinde wichtige Partner.

„Ankershagen ist Mitglied im Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte geworden. So wollen wir uns am 6. und 7. Juni an der Aktion ,48 Stunden Mecklenburgische Seenplatte‘ beteiligen. Mit Bus und Bahn geht es durch die Region zu touristischen Attraktionen. Und da haben wir eben auch eine Menge zu bieten“, zeigt sich Thomas Will überzeugt.

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