Vorsicht in dieser Jahreszeit!:

Raps lässt die Bienen ausflippen

Mehrmals wurde eine Röblerin gestochen, als sie mit einem Pferdefuhrwerk zwischen die Honigsammler geriet. Aggressiv sei das Volk eigentlich nicht, meinen Imker. Wurden hier die Bienenkästen einfach falsch platziert?

Wenn der Raps blüht, dann sind die Biene betört und etwas neben sich... Vorsicht also.
Frank Rumpenhorst Wenn der Raps blüht, dann sind die Biene betört und etwas neben sich... Vorsicht also.

Der Schreck saß tief. Der Schmerz auch. Mehrere Stiche hat Monika Elze kassiert. Bienen hatten sich in ihrem Haar verfangen und zugestochen. „So was habe ich noch nie erlebt. Das war eine ganz schlimme Situation“, sagt die Röbelerin, die zum Glück nicht allergisch auf die Stiche reagiert. Fast wären auch die Pferde durchgegangen, erzählt sie immer noch ganz aufgeregt, als sie sich in unserer Redaktion meldet. Mit einem Fuhrwerk sei sie unterwegs gewesen, und zwar auf dem Wirtschaftsweg zur Groß-Keller-Drift in Röbel. Jetzt will sie vor allem andere, gerade auch Fahrradfahrer warnen, dass sie hier vorsichtig sein sollen. Dieser Wirtschaftsweg sei zwar nicht als Rad- und Wanderweg ausgewiesen, aber der ein und andere könnte hier doch unterwegs sein.

Am Waldrand sind Bienenkästen aufgestellt. Und die Bienen kreuzen den Weg, weil sie auf dem gegenüberliegenden Rapsfeld gerade reiche Ernte einbringen. Das macht Hans-Dieter Vibrans, Vorsitzender des Imkervereins Waren, allerdings stutzig. „Die Bienen dürften nicht so aufgestellt sein, dass sie einen Weg kreuzen, um zum Rapsfeld zu kommen“, sagt er. Sie fliegen nun mal in etwa in Personenhöhe. Es sei denn, sie werden zum Aufstieg gezwungen. Vibrans zieht da einen Vergleich zu Gartennachbarn. Wenn da einer Bienen hält, müsse eine Hecke oder Wand gesetzt werden, damit die Bienen aufsteigen, wenn sie ausfliegen.

Nicht aggressiv, nur etwas angestachelt vom Raps

„Die Bienen sind aber nicht von vornherein aggressiv“, stellt Hans-Dieter Vibrans auch klar. „Sie sind jetzt vielleicht nicht ganz so normal wie sonst“, räumt er ein. „Von der Rapsblüte werden sie betört, sie sind ein bisschen angestachelt.“ Und dann habe es in diesem Fall wohl noch einige unglückliche Umstände gegeben. „Wenn sich Bienen in Haaren verfangen, dann kriegen auch sie Angst und stechen.“ Die Pferde mögen ihr Übriges getan haben, vermutet zudem Michael Krüger vom Imkerverein Röbel. „Die Bienen riechen die Pferde natürlich auch. Und weil sie jetzt in sehr großer Volksstärke unterwegs sind, kann es sein, dass ein Volk auch mal zum Stachel greift.“

Nicht zu dicht an die Bienenkästen gehen

Was kann man tun, um dem zu entgehen? Sich dort, wo Bienen sind, nicht groß aufhalten und vor allem nicht zu dicht an die Kästen gehen. Viel mehr kann Michael Krüger nicht raten. Es könne immer mal vorkommen, dass eine Biene sticht, weiß der Imker. An diesem Weg zur Groß-Keller-Drift würden die Bienen aber nicht mehr lange sein. Es handle sich um einen Wanderstand. Die Bienen kamen nur dorthin wegen des Raps. Der Imker hole sich vom Landeigentümer das Okay, dass er die Kästen aufstellen darf. „Sobald das Gelbe verschwindet, verschwinden auch die Bienen“, meint Krüger. Dorthin, wo sie die nächste Tracht einbringen können.

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