:

Rechlin schmeißt Tourismus-Chefin raus

Die Ereignisse überschlagen sich. Für viele kommt es überraschend, andere wollen es geahnt haben: Roswitha Stahnke, seinerzeit von Bürgermeister Ringguth mit ins "Boot" geholt, hat den blauen Brief bekommen.

Die Gemeinde Rechlin sieht sich nach einer neuen Geschäftsführung für ihre Tourismusgesellschaft mbH um. Roswitha Stahnke, seit fünf Jahren in dieser Funktion tätig und gleichzeitig Geschäftsführerin für die Wohnungsverwaltung mehrerer Gemeinden,  hat die Kündigung bekommen. „Ich kann dazu noch gar nichts sagen, ich bin sprachlos, muss erstmal meinen Anwalt sprechen“, meinte Stahnke in einer ersten Reaktion. Die Kündigung erfolgt zum 31. Dezember 2013. Es ist eine fristgerechte Kündigung, wobei die Adressatin bis dahin beurlaubt wurde, wie Wolf-Dieter Ringguth (CDU) auf Nordkurier-Nachfrage bestätigte. Dass Roswitha Stahnke der „blaue Brief“ während einer Krankschreibung erreichte, begründete der Bürgermeister mit der Eile, die die Ausschreibung für einen neuen Geschäftsführer verlangt. 

Erstaunen auch unter den Mitarbeitern: Jürgen Fanter, seit drei Jahren bei der Tourismusgesellschaft tätig, sagte dem Nordkurier: „Wir können uns die Gründe nicht erklären. Sie hat das Unternehmen auf gesunde Füße gestellt und eine soziale Ader. Es gab eine positive Entwicklung in der Gesellschaft“. Dabei waren der Kündigung offenbar auch Meinungsverschiedenheiten mit dem jetzigen Bürgermeister vorausgegangen. Auch gab es Vorwürfe, denen die Gemeindevertretung nachging. Dabei war während der jüngsten Gemeindevertretersitzung erst die Umfirmierung der Gesellschaft  zu einer Tourismus- und Dienstleistungsgesellschaft mbH beschlossen worden. Erschüttert zeigte sich der Amtsvorgänger und Parteikollege Ringguths, Olaf Bauer (CDU). „Als ehemaliger Bürgermeister, der vier Jahre mit Frau Stahnke zusammen arbeiten musste, kann ich nicht nachvollziehen, dass jetzt schon wieder - nach fünf Jahren - durch Herrn Ringguth so schwerwiegende Veränderungen wie die Erweiterung der Tourismusgesellschaft zu einer Gemeindeservice-Gesellschaft und die Kündigung einer erfahrenen, bewährten Geschäftsführerin im Hau-Ruck-Verfahren übers Knie gebrochen werden.“ Ringguth verwies darauf, dass es entsprechende Beschlüsse der beiden Gesellschafterversammlungen gebe. Gerade die Tourismus- und Dienstleistungsgesellschaft müsse künftig auch als Management- und Veranstaltungsgesellschaft fungieren. Den zusätzlichen Aufgaben müsste die neue Geschäftsführung gewachsen sein.