Staatsschutz prüft Maßnahmen:

Neonazis listen Flüchtlingshelfer im Netz auf

Dutzende Müritzer finden ihren Namen auf der Facebook-Seite einer rechtsextremen Warener Gruppe wieder. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie wollen helfen.

Auf ihrer Facebook-Seite haben die Rechten die Namen veröffentlicht und erbitten Informationen zu den Helfern.
Screenshot Facebook Auf ihrer Facebook-Seite haben die Rechten die Namen veröffentlicht und erbitten Informationen zu den Helfern.

Eine rechtsextremistische Gruppe aus Waren hat auf ihrer Facebook-Seite eine Liste veröffentlicht, auf der Namen von Politikern, privat Engagierten, Vereinen, Pastoren und einer ganzen Schule stehen - und damit Leute, die sich für Flüchtlinge engagieren. Die Neonazis rufen auch dazu auf, Informationen über die Genannten an sie weiterzuleiten. Polizei und Staatsschutz prüfen nun, ob die Seitenbetreiber rechtlich belangt werden können.

Zahlreiche Leute auf der Liste sollen bereits Anzeige erstattet haben. Dies hat die Polizei Neubrandenburg allerdings am Freitag nicht bestätigt. Über die Gründe der öffentlichen Präsentation der Namen von Flüchtlingshelfern könne auch nur spekuliert werden. Ein Einschüchterungsversuch der Engagierten könnte ein Grund sein.

Genannte gehen gegen Veröffentlichung vor

Viele von ihnen wollen sich davon jedoch nicht beeindrucken lassen, wie die Facebook-Kommentare auf die rechte Aktion zeigen. "Ich habe ein breites Kreuz in solchen Fällen und werde prüfen, inwiefern ich gegen diese Namensliste mit vorgehen kann", erklärte beispielsweise Michael Löffler, Sozialdezernent im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte und SPD-Ortsvorsitzender an der Müritz.

Etliche Betroffene hatten allerdings auch noch gar nichts von dem Fall mitbekommen und wurden durch den Nordkurier aufmerksam gemacht.

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