Nach dem Wassereinbruch:

Reisen verkaufen in feuchten vier Wänden

Eine gute Woche nach dem Wassereinbruch im Warener Bürgerzentrum kämpft ein kleines Reisebüro noch immer mit den Folgen. Und Geduld ist auch weiter bitter nötig.

Ab und zu tropft es noch aus der Decke im Reisebüro von Barbara Runge. Sicherheitshalber stehen noch Schüssel und Wischlappen bereit.
Thomas Beigang Ab und zu tropft es noch aus der Decke im Reisebüro von Barbara Runge. Sicherheitshalber stehen noch Schüssel und Wischlappen bereit.

Die Luft ist feucht und die Temperatur hoch. Diese äußeren Bedingungen, die sich die meisten sonnenhungrigen Kunden des Reisebüros Kohlmetz für ihren Urlaub wünschen, hat Barbara Runge jetzt jeden Tag. Und dafür muss sie noch nicht einmal in die Karibik fliegen, sondern einfach jeden Tag in ihr Büro im Warener Bürgerzentrum gehen. Denn hier herrschen, eine gute Woche nach dem Wassereinbruch, der auch die darüber liegende Bibliothek in Mitleidenschaft versetzte, weiter schlimme Zustände.

Das Loch in der Decke, aus dem Tausende Liter Wasser strömten, gähnt noch immer offen und die Wände sind nass. Um dagegen wenigstens ein wenig ankämpfen zu können, hat Barbara Runge die Heizung aufgedreht. "Manchmal mache ich auch die Tür weit auf", sagt sie. "Aber bei den Temperaturen geht das eben nur ab und zu."

"Jeden Tag, an dem ich nicht arbeiten gehe, verliere ich Geld"

Gesund ist das nicht, das weiß sie selber. "Aber soll ich deswegen dicht machen? Jeden Tag, an dem ich nicht arbeiten gehe, verliere ich Geld." Wenigstens gibt es jetzt Aussicht auf Besserung. In der nächsten Woche soll der Gutachter der Versicherung auch bei ihr vorbei schauen, um den angerichteten Schaden zu schätzen. Und der ist nicht ohne gewesen: Der Fußbodenbelag ist im Eimer, ungezählte Kataloge sind völlig aufgeweicht, ein Computer hat den Kampf gegen das Wasser verloren und viel Feuchtigkeit ist in den hölzernen Möbeln nach oben geklettert.

Wenigstens funktioniert das Telefon wieder. "Nicht gezählt sind die Stunden, die wir uns hier zum Saubermachen und Aufräumen ans Bein gebunden haben", sagt die Dame aus dem feuchten Reisebüro.

Warten auf die Gutachter

Bis Barbara Runge ihre Reisen in die Wärme aber wieder aus einem trockenen Büro verkaufen kann, müssen noch einige Tage vergehen. Denn erst, wenn sich der Gutachter einen Überblick über die angerichteten Schäden gemacht hat, darf ihr auch ein Bautrockner ins Zimmer gestellt werden, der die Feuchtigkeit aus den Räumen vertreibt. Und darüber ist sie alles andere als glücklich. "Warum muss das alles so lange dauern?", fragt sie.

Doch aufgeben gilt nicht, das hat sie schon gelernt. Schließlich sei der Wassereinbruch aus der vergangenen Woche, als 10 000 Liter des feuchten Elements aus einem kaputten Wasserrohr strömten, nicht der erste gewesen. Und wer Reisen ans Meer verkauft, dürfe sich eben von Feuchtigkeit nicht abschrecken lassen.

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