Rätselhaftes Verschwinden:

Mann bleibt wie vom Erdboden verschluckt

Es gibt Dinge und Vorkommnisse in der Müritzregion, die sich (noch) niemand erklären kann. Was zum Beispiel ist 2012 mit dem Warener Rentner Bodo Hahn geschehen?

Eines der wenigen Fotos von Bodo Hahn, dass von der Polizei in der Wohnung gefunden werden konnte. UB
thb Eines der wenigen Fotos von Bodo Hahn, dass von der Polizei in der Wohnung gefunden werden konnte. UB

Lucy hechelt und verlangt nach Wasser, Polizeihauptmeister Ralf Gründler wischt sich den Schweiß von der hohen Stirn. Das war anstrengend. Der Vierbeiner, ein hoch spezialisierter Personensuch- und Fährtenhund, hat den Hundeführer gerade vom Warener Papenberg bis in den Stadthafen „gezerrt“. Hier ist Schluss. „Lucy hat die Spur verloren“, kommentiert Gründler den Stopp der Schäferhündin.

Rentner leicht dement und orientierungslos

Daran hat sich bis heute nichts geändert. Seit Juli 2012 ist der seinerzeit 76 Jahre alte Rentner aus Waren, der in der Carl-Struck-Straße auf dem Papenberg wohnte, spurlos verschwunden. Der Mann galt schon vor seinem Verschwinden als leicht dement und zumindest teilweise orientierungslos. Weil sie ihren Bekannten seit Tagen nicht mehr gesehen hatten, teilten damals Freunde und Nachbarn des Rentners der Polizei ihre Sorgen mit. Wie Mieter aus dem Haus des Vermissten aber wussten, sei der Mann trotz allem immer noch sehr gut zu Fuß gewesen und habe täglich seinen Spaziergang in die Warener Innenstadt unternommen, um dort seinen Kaffee zu trinken. Das Verschwinden des beliebten und allein lebenden Nachbarn ist von allen mit großer Bestürzung aufgenommen worden.

Auch Suche mit Hubschraubern und Tauchern erfolglos

Schon wenige Tage später schwand bei der Polizei die Hoffnung auf ein Happyend – auch als selbst der Einsatz eines Polizeihubschraubers mit Wärmekameras und die Suche von Tauchern im Hafenbecken ohne Erfolg blieben. Es sei denn, hieß es, der Vermisste wäre tatsächlich irgendwo bei einem Bekannten untergetaucht und habe von der intensiven Suche nach ihm noch nichts mit bekommen.

Man müsse davon ausgehen, hieß es in Ermittlerkreisen, dass dem Rentner ein Unglück widerfahren sei, doch gelte das Opfer weiter als „nur“ vermisst. Bis man es gefunden hat, tot oder lebendig. Der Fall Bodo Hahn zählt statistisch schon in die Reihe der Langzeitvermissten. Neben dem Rentner aus Waren fallen noch zwei weitere lange Vermisstensachen in die Zuständigkeit der Warener Kripo. Ein Mann wird bereits seit Juli 1995 vermisst und der andere zählt sogar landesweit zu den am längsten Verschollenen.

Ein Vermisstenfall ist 32 Jahre alt

Seit dem 15. Juni 1981 gilt jemand aus der Röbeler Gegend als verschwunden, der mit seinem Boot auf der Müritz unterwegs war und nie wieder auftauchte. Zwar sei in einem Fall wie diesem, so heißt es bei der Polizei, davon auszugehen, dass dem Mann ein Unglück widerfuhr, doch gilt das Opfer selbst in diesem Fall offiziell noch als vermisst. Bis das Gegenteil erwiesen ist.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung