Landkreis setzt Verkehrsberuhigung im Nationalpark durch:

Riesen-Umweg soll Natur schützen

Seit Sonntag müssen „Nichtberechtigte“ für die Strecke von Speck nach Boek wesentlich mehr Zeit einplanen, wenn sie die eigentlich 13 Kilometer mit dem Pkw bewältigen wollen.

Kein Durchkommen zwischen Speck und Boek. Nur für Anwohner und den Nationalpark-Bus öffnet sich die Schranke.
Stephan Radtke Kein Durchkommen zwischen Speck und Boek. Nur für Anwohner und den Nationalpark-Bus öffnet sich die Schranke.

Nach einer zweimonatigen Probezeit ist es nun offiziell und amtlich: „Die Schranke ist geschlossen“. Angeregt vom Müritz-Nationalparkamt setzte der Landkreis nun die Verkehrsberuhigung, die bereits seit zehn Jahren mittels Verbotszeichen besteht, durch. Damit soll sichergestellt werden, dass künftig nur noch ein festgelegter Berechtigtenkreis mit Kraftfahrzeugen die Straßen zwischen den Orten Speck und Boek über das Zartwitzer Kreuz und auf den Abschnitten vom Zartwitzer Kreuz in Richtung Pagelsee sowie Richtung Schillersdorf befahren kann.

Und zu diesem Berechtigtenkreis, welche die Schranke mit einem Transponder öffnen können, zählen Bewohner der Gemeinden Kargow, Kratzeburg, Rechlin und Roggentin. Weiterhin haben Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und der Polizei eine Funkfernbedienung, um sich freie Fahrt zu verschaffen. Mit dieser radikalen Verkehrsberuhigung sollen Flora und Fauna sowie Erholung suchende Radfahrer und Fußgänger vor unnötigem Verkehrslärm verschont werden. Somit gilt ab sofort: Wer künftig mit seinem Fahrzeug nicht vor verschlossener Schranke stehen möchte, muss die Parkplätze in den Eingansbereichen des Müritz-Nationalparks bei Boek, Federow, Kratzeburg und Schillersdorf nutzen und die Strecke mit dem Rad, zu Fuß oder per Bus mit dem Nationalpark-Ticket absolvieren. Die drei Schrankenanlagen haben insgesamt 170.000 Euro gekostet.

 

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