Stadtplanung:

Röbel noch ohne Lösung für Hafenplatz

Röbel ist ein Schmuckkästchen – mehr als 20 Jahre Stadtsanierung haben es dazu gemacht. Doch es gibt einen Platz in der Müritzstadt, der bis heute deprimierend daherkommt. Und so schnell wird sich daran wohl auch nichts ändern. 

Auch wenn man es ihm auf den ersten Blick nicht ansieht: Der Garagenplatz in Röbel ist ein Filetstück.
Petra Konermann Auch wenn man es ihm auf den ersten Blick nicht ansieht: Der Garagenplatz in Röbel ist ein Filetstück.

Es ist ein Filet-Stück in Röbel: Nur einen Steinwurf weit von der Müritz entfernt, gleich gegenüber ist der Stadthafen, die Innenstadt ist nicht weit, Sehenswürdigkeiten wie die Marienkirche oder die Windmühle liegen um die Ecke. Trotzdem ist dieser Platz genau das, was man gemeinhin als „städtebaulichen Missstand“ bezeichnet. Ein öder, leerer Platz, auf der einen Seite eingerahmt von 285 Garagen, die in den 1960er- und 1970er-Jahren gebaut wurden, auf der anderen Seite von einem nach der Wende errichteten Parkplatz.

 „Dieser Platz vor den Garagen ist momentan unser größtes Problem“, muss Röbels Bürgermeister Heiner Müller (SPD) sagen. Und zwar nicht erst seit heute: Seit Jahren schon wird in der Verwaltung und in der Stadtvertretung nach einer Lösung gesucht, um aus diesem Grundstück in prägnanter Lage ein Schmuckstück zu machen. „Ich muss aber sagen, wir wissen uns keinen Rat“, so Müller.

Unter Stadtvertretern wurde Thema kontrovers diskutiert

Bewegung kam in die Sache, als vor gut zwei Jahren eine Projektentwicklungsgesellschaft aus Wittstock an die Röbeler Rathaustür klopfte und Pläne für das Grundstück gegenüber des Hafens vorlegen wollte. „Unter den Stadtvertretern wurde dieses Thema sehr kontrovers diskutiert. Letztendlich hat man sich entschlossen, eine Entscheidung zur Zukunft des Grundstückes nur auf Grundlage eines Einzelhandelsgutachten zu treffen“, klärt Müller. Denn noch weitere Supermärkte in Röbel seien problematisch. Das Gutachten sollten die Projektentwickler bezahlen. In Auftrag gegeben werden sollte es aber von der Stadt, damit die Unabhängigkeit des Gutachtens gewährleistet sei.

„Bei einer verbalen Zusage zur Kostenübernahme des Gutachtens ist es geblieben. Ein entsprechender Vertrag sollte unterzeichnet werden, dazu ist es aber nicht gekommen. Still ruht der See, ich habe im August zum letzten Mal was von den Projektentwicklern gehört“, sagt Müller. Er versucht zu erklären, warum eine Vermarktung des „Filetstücks“ so schwierig ist. Lasse man die rosarote Brille eines Einheimischen mal beiseite, zeige sich, dass das Grundstück zwar eine gute Lage habe, aber eben auch von Hochbebauung des Gildekamps umgeben sei.

 

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