Röbeler Polizei warnt vor neuer Betrugsmasche:

Röbeler Rentner sollte mit Erbschaft über den Tisch gezogen werden

Kaum zu glauben, dass jemand darauf hereinfallen könnte, wenn ein Wildfremder eine Erbschaft im Ausland verspricht. Doch die Polizei sieht trotzdem Klärungsbedarf.

Wer überraschend mit einer Erbschaft aus dem Ausland konfrontiert wird, sollte klären, ob die Sache nicht einen unseriösen Ursprung hat.
Elke Enders Wer überraschend mit einer Erbschaft aus dem Ausland konfrontiert wird, sollte klären, ob die Sache nicht einen unseriösen Ursprung hat.

Der ältere Herr aus Röbel war sich gar nicht bewusst, dass er einen Verwandten in Übersee haben soll. Aber der Name war identisch, etwas, was ihn schon aufhorchen ließ. Letztlich traute er dem Frieden aber nicht. Er schnappte sich den Brief, den er gerade geöffnet hatte, und ging ab aufs Polizeirevier. Dort zeigte er das Schreiben den Beamten. Und die wiederum konnten nur bestätigen, dass es sich um eine unseriöse Angelegenheit handeln müsse.

Dabei ist es momentan fast schon Alltag, dass Schreiben ausländischer Absender in Haushalte der Region flattern. Allerdings passiert dies in der Regel via Computer und in gebrochenem Deutsch. Mitunter mehrmals am Tag gehen e-Mails ein, die Beteiligungen an Finanzservice-Leistungen oder eben Erbschaften in Aussicht stellen. Wer auf den angefügten Link klickt, hat mitunter schon verloren, sich schlimmstenfalls einen Virus eingefangen oder einem Betrüger Zugriff auf den Computer gewährt.

Neue Qualität der Betrugsmasche

Dass ältere Herrschaften aber ganz klassisch auf dem Postweg mit Briefen ausländischer Absender konfrontiert werden, die Infoschreiben gleichen und durchaus seriös aussehen, hält die Polizei für eine neue Qualität dieser Betrugsmasche. Im besagten Fall war dem Röbeler Senior eine Erbschaft in den USA angekündigt worden. Das Schreiben entstammte angeblich einer Anwaltskanzlei. Der Haken dabei: Der Empfänger der in Aussicht gestellten Summe sollte eine Gebühr für die Dienstleistung entrichten. Sprich erst Geld vorstrecken, damit er in den Genuss des Nachlasses kommt, der dann natürlich auch ausbleiben dürfte.

„Der Mann war über 80“, schilderte der Beamte. „Das Schreiben ist sicher noch weiteren Röbelern zugegangen. Vielleicht wurden noch andere Rentner betrogen“, sieht er Informationsbedarf. Er wies den Betroffenen darauf hin, dass er in seinem Umfeld die Sache publik machen möge und entsprechend warnen solle, auf keinen Fall Geld zu überweisen – auch wenn dies eine vergleichbar geringe Summe sei. Denn, was jüngere Menschen kaum glauben, laut einer wissenschaftlichen Studie, die übrigens auch aus den USA stammt, ist belegt, dass Senioren schneller solchen Angeboten vertrauen. Das heißt, je höher das Alter, desto größer die Gefahr, dass auf solche gemeinen Tricks hereingefallen wird.

In diesem Fall belässt es die Polizei dabei aufzuklären. Es sei ja noch kein Schaden entstanden, sodass es sich nicht zwingend um eine verfolgbare Straftat handelt. Sinnvoll sei es, sich bei Unsicherheit an die Verbraucherschützer zu wenden. „Das Schreiben sah professionell aus, und es war auch in gutem Deutsch geschrieben“, verdeutlicht die Polizei. Von einer bedeutenden Erbschaft war die Rede. Dieser Senior fiel nicht darauf rein. Die Polizei hat aber keinen Zweifel, dass die Täter bei entsprechend hoher herausgeschickter Stückzahl auch eine entsprechende Trefferquote erlangen.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung