Ausspioniert:

Röbelerin entdeckt Gaunerzinken an ihrer Tür

Die Zeichen sehen aus wie Schmierereien. Doch sie sind verschlüsselte Botschaften, die in einer Straftat enden können. In Röbel hatte eine Frau so einen Zinken entdeckt. 

Dieser Gaunerzinken wurde in ein Röbeler Tor eingeritzt.
privat Dieser Gaunerzinken wurde in ein Röbeler Tor eingeritzt.

Eine Frau, die in Röbels Altstadt wohnt, beschleicht gerade ein ziemlich mulmiges Gefühl. Denn sie hat an ihrem Haus einen "Gaunerzinken" entdeckt - ein Zeichen, das als Nachricht von Gaunern für Gaunern gedacht ist. Diese Kurznachrichten sehen meist aus wie schnell Hingeschmiertes und fallen den meisten oft gar nicht als das auf, was sie sind: Mögliche Vorboten von Straftaten.

"Ich war ziemlich erschrocken. Das ist kein schönes Gefühl, zu wissen, man wird ausspioniert", sagt die Frau, die anonym bleiben möchte. Sie hat herausgefunden, was die drei senkrechten und der eine waagerechte Strich an ihrer Tür bedeuten können: "Hier ist was zu holen". Sie machte ein Foto von dem Gaunerzinken, entfernte ihn und informierte die Polizei.

Fotografieren und dann schnell entfernen

Bei der Polizei sind solche Gaunerzinken nichts Neues und tauchen, so Polizeipressesprecherin Karen Lütge, immer mal wieder in der Region auf. "Wir haben aber keine Hinweise darauf, dass sie gerade vermehrt auftreten, wir haben auch keine Hinwiese auf besonders viele Einbrüche", erklärte sie. Dennoch sei es wichtig, diese Zeichen nicht zu ignorieren.

Gaunerzinken können an Haustüren und Toren, an Briefkästen oder an Fensterrahmen angebracht sein. Dieben geben sie Auskunft darüber, ob es sich lohne, in ein Haus einzudringen. "Es ist wichtig, die Gaunerzinken zu fotografieren und dann schnellst möglich zu entfernen, damit sie niemandem von Nutzen sein können", betont Lütge. Betroffene sollten immer auch die Polizei informieren. "Die kann dann im Rahmen ihrer Streifentätigkeit diese Vorkommnisse im Auge behalten."