Vor dem Sponsoren-Treffen:

Rollt der Ball in Malchows Oberliga ins Aus?

Das ist bitter: Sportlich läuft es für die Fußballer des Malchower SV top, aber finanziell kämpft der Verein ums Überleben. Am Donnerstag müssen die Sponsoren Farbe bekennen – geben sie weiterhin Geld oder wird das Ende für den Oberligisten besiegelt?

Sieg oder Niederlage - das wird sich für Malchows Oberliga-Fußball am Donnerstag zeigen.
Jens-Uwe Wegner Sieg oder Niederlage - das wird sich für Malchows Oberliga-Fußball am Donnerstag zeigen.

Es ist seit einem halben Jahr das gleiche Spiel: Nach dem Wegfall der Firma Ziems als Hauptsponsor müssen die Verantwortlichen der Fußballabteilung Klinken putzen gehen. „Wir sprechen mit Unternehmen, Gönnern und Freunden, organisieren Sponsorentreffen, knüpfen neue Kontakte, reden, argumentieren, geben alles, um Leistungsfußball in Malchow weiterhin zu bieten“, schildert Manager Marcel Bartsch stellvertretend für seine Mitstreiter den nervenaufreibenden Ritt auf der finanziellen Rasierklinge.

Aktuell ist nach Nordkurier-Informationen erneut ein wirtschaftliches Loch in fünfstelliger Höhe zu stopfen. Das Geld wird benötigt, um Spieler- und Trainergehälter sowie Auswärtsfahrten zu bezahlen. „Wir haben im Spielerbereich bereits abgespeckt, um die Kosten zu minimieren“, berichtet Bartsch. Derzeit sind nur noch 16 Feldspieler plus zwei Torhüter unter Vertrag – „weniger geht nicht, das ist die unterste Grenze“, sagt Bartsch. Um die Einsparungen zu optimieren, sollen jetzt sogar noch die Punktprämien gekürzt beziehungsweise nur noch bei Sieg gezahlt werden.

Rote Karte für Untergangsszenarien

Aber all diese Bemühungen fruchten nicht, wenn die aktuellen Sponsoren nicht weiterhin zur Stange halten und nicht noch neue Geldgeber gefunden werden. „Zum Treffen sind 15 Sponsoren eingeladen. Wir hoffen, dass aus deren Reihen ein finanzkräftiges Signal für den Oberliga-Fußball in Malchow kommt“, so Bartsch. Denn eines möchte der Verein auf keinen Fall: „Wir nehmen definitiv keinen Kredit zur Finanzierung unseres Etats auf“, machte Bernd Sagunski, Fußballobmann des Malchower SV, deutlich – und erteilte in Malchow grassierenden Untergangsszenarien eine Absage: „Natürlich geht es weiter. Wir kämpfen seit Monaten und wir kämpfen weiter. Wir wollen die Saison sauber zu Ende spielen. Anschließend wird man sehen, was aus Malchow wird.“

Optimistische Worte, die der Bürgermeister gerne hört. „Die Oberliga-Mannschaft ist einfach ein Aushängeschild für unsere Stadt. Ich appelliere an unsere Bürger, die Truppe mit dem Besuch der Heimspiele und Zahlung des Eintrittsgeldes zu unterstützen“, setzt der fußballbegeisterte Joachim Stein auf die Solidarität der Malchower. Der Bürgermeister selbst deutete gegenüber dem Nordkurier vorsichtig an, dass in der kommenden Woche „aus einer Genossenschaft, in der die Stadt Mitglied ist, erwirtschaftete Überschüsse in Richtung Sportverein“ fließen könnten. Als Zeichen der Stadt, dass sie helfen wolle.

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