Kies-Salz-Gemisch sorgt für Ärger:

Schnee weg, Streugut da - Matsch und Dreck verschandeln Waren

Die wenigen Millimeter Schnee vom ersten zarten Wintereinbruch sind längst vergessen - doch das Kies-Salz-Gemisch, mit dem der Bauhof die zarte weiße Winterschicht bekämpft hat, sind in Waren allgegenwärtig. Dreck prägt das Stadtbild.

Rad fahren auf mit Dreck gepflasterten Wegen, da spritzt es gewaltig und Hosenbeine wie Drahtesel werden schmutzig.
Thomas Türülümow Rad fahren auf mit Dreck gepflasterten Wegen, da spritzt es gewaltig und Hosenbeine wie Drahtesel werden schmutzig.

Dienstagmittag, Gerhard-Hauptmann-Allee/Ecke Karl-Liebknecht-Straße. Eine der besten Wohngegenden Warens. Großzügige Einfamilienhäuser, gepflegte Gärten und Müritzblick zeichnen das Viertel aus. So gepflegt die bebauten Grundstücke sind, so wenig einladend präsentieren sich derzeit angrenzende Rad-und Fußwege sowie die Fahrbahn - nicht nur an besagter Ecke übrigens. Eine dicke matschige Pampe aus Sand, Steinchen und Steinen erinnert eher an Feldwege als an eine erst vor Kurzem teuer sanierte Straße. Matschige Pampe? "Das ist ein Kies-Salz-Gemisch, das wir als Streugut bei winterlichen Verhältnissen einsetzen", stellt Holger Huhs, Chef des städtischen Bauhofes, klar. "Fünf Prozent Salz und 95 Prozent Kies aus der städtischen Kiesgrube - das hat die Politik so gewollt." Konkret: "Aus Umweltschutzgründen sollte Feuchtsalz nur auf Hauptverkehrsstraßen und gefährlichen Gefällstrecken - beispielsweise Herrenseebrücke - eingesetzt werden. Auf allen anderen Straßen sowie Rad- und Fußwegen kommen abstumpfende Mittel, sprich: das Kies-Salz-Gemisch, zum Einsatz."

Mit der Folge, dass sich die wenige Millimeter dünne puderzuckerartige Schneeschicht vom Wochenende längst in die Geschichtsbücher verflüchtigt hat, die Stadt im öffentlichen Raum aber vor jeder Menge Kies strotzt. Hartnäckig und widerstandsfähig bespritzt die matschige Pampe Autos, Fahrräder und Hosenbeine. Dass das Kies-Salz-Gemisch kein winterlicher Dauergast in Waren bleiben soll, macht Holger Huhs deutlich: "Alles, was wir bei unseren Einsätzen auf die Straße bringen, holen wir auch wieder rein." Anders ausgedrückt: "Die städtische Kehrmaschine ist im Einsatz." Im Übrigen gebe es jedes Jahr kontroverse Diskussionen um den Winterdienst - "da rege ich mich schon gar nicht mehr auf", schreibt Huhs Kritikern ins Stammbuch. "Meine Mitarbeiter haben im vergangenen Jahr 22 Wochen Winterdienst geschoben - und können es trotzdem nicht allen gerecht machen." Wie wahr.

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