Staatsschutz in der Spur:

Schock! Naziflagge wehte nachts über Rechlin

Der braune Sumpf rund um die Müritz breitet sich aus. Unbekannte mit rechtsextremer Gesinnung haben hoch über der Gemeinde Rechlin eine Fahne mit Hakenkreuz gehisst. Der Staatsschutz ermittelt – die Politik zeigt sich wieder einmal überrascht.

Der Ort des Geschehens: Auf dem 20 Meter hohen Schornstein des Heizhauses markierten die Rechten ihr Revier.
Elke Enders Der Ort des Geschehens: Auf dem 20 Meter hohen Schornstein des Heizhauses markierten die Rechten ihr Revier.

Das war deutlich. Die Rechliner müssen sich seit Dienstagnacht die Frage gefallen lassen, ob Rechtsradikale in ihrer Gemeinde einen Platz haben. Hoch über den Dächern des Dorfes hatten Unbekannte eine 1,50 mal 1,50 Meter große Fahne mit einem Hakenkreuz drauf gehisst.

Nach Ansicht von Christian Utpatel haben sie damit eine Marke neofaschistischer Gesinnung gesetzt. „Es kommt niemand einfach von auswärts angefahren und hisst eine solche Fahne. Das ist eine klassische rechtsextreme Strategie, öffentlich Präsenz zu zeigen“, ordnet der Geschäftsführer der Regionalen Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) in Waren die Geschehnisse in Rechlin ein. Gleichzeitig sei ihm allerdings Rechlin bisher als Ort von Rechtsextremismus nicht bekannt. „Heute kann sich aber keine Kommune zurücklehnen und sagen, dass sie das Thema nicht berührt“, mahnt  Utpatel. Eine Aktion wie die aktuelle müsse als untrügliches Zeichen betrachtet werden, mit der Rechte ihre Ideologie auf sehr markante Weise demonstrieren.

Staatsschutz will rasche Aufklärung

Rechliner Bürger hatten in der Nacht zu Dienstag ihren Augen nicht getraut als sie aus dem Fenster sahen. Die Polizei wurde alarmiert. Taghell wurde es rund um das Heizhaus der Gemeinde – galt es doch, das verfassungsfeindliche Symbol aus 20 Metern Höhe zu holen. Schnell. Mitten in der dunklen Nacht.

Rasche Aufklärung strebt auch der Staatsschutz an, der die Ermittlungen übernommen hat. Die Fahne wurde noch am Dienstag ins Neubrandenburger Polizeipräsidium gebracht. Dort ist, wie Pressesprecher Andreas Scholz in einem Gespräch mit dem Nordkurier betonte, eine Aktion wie die in Rechlin alles andere als gewöhnlich. Darum gebe es auch noch keine weiteren Auskünfte und Ermittlungs-Informationen. Allerdings hofft der Polizeisprecher auf Zeugen: „Wir möchten die Tatzeit eingrenzen.“ Scholz stellte auch klar, dass solche Manöver kriminell seien. Derart offenkundig politisch motivierte Taten seien kein Kavaliersdelikt und müssten nicht nur die Rechliner aufrütteln.

Michael Löffler, SPD-Kreistagsfraktions-Chef, sieht das genauso. „Für mich als Demokrat ist das, was in Rechlin passieren konnte, schockierend. Auch mit Blick auf die jüngsten Ereignisse in der Warener Stadtvertretung, sehe er eine „beängstigende Entwicklung“. Zwar gebe es im Kreistag keine NPD-Fraktion mehr, dennoch gebe es noch viel zu tun im Kampf gegen Rechts. Man dürfe längst auch die Dörfer nicht mehr unbeachtet lassen. Kreistagspräsident Thomas Diener (CDU) war nicht weniger aufgebracht als Löffler über das Geschehen in Rechlin: „Das dürfen wir nicht auf die leichte Schulter nehmen. Gerade, weil Rechlin bisher mit einem braunen Lager noch nicht aufgefallen ist, sollte uns das alarmieren“, sagte er. Die Gemeinde sei eigentlich auf einem guten Weg in der touristischen Entwicklung. Diese sei nun aber beschädigt.

Mit scharfen Worten hat auch der Rechliner Bürgermeister Wolf-Dieter Ringguth (CDU) die nächtliche Aktion gerügt. „Ich wünsche mir, dass ganz schnell Ermittlungserfolge da sind, weil gerade Rechlin mit solchen Dingen sonst überhaupt noch keine Probleme hatte. Ich bin sehr ärgerlich, das ärgert mich bis oben hin“, machte sich der Gemeindechef Luft.

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Kommentare (1)

Solange niemand weiß wer sie aufgehängt hat sollte man mit Anschuldigungen vorsichtig sein. Immer gleich die verkappten Rechten ,und immer gleich der Aufschrei von allen angeblichen Demokraten, sie tun ja so als wenn braune Horden hier in der Region durch die Orte ziehen und brandschatzen und Morden