Gleich drei auf einen Streich in Röbel:

Schönheit wieder in den Blick gerückt

Zuhause ist dort, wo man sich wohlfühlt. So ähnlich sehen das wohl auch einige Röbeler, die in den vergangenen Monaten markante Häuser in der Innenstadt liebevoll sanierten. Damit sorgten sie nicht nur bei den Bürgern für Aufsehen.

Schaffte es auf den ersten Platz: das Pfarrhaus in der Predigerstraße 13. Das Gebäude wurde einst im Stil des Historismus erschaffen und erstrahlt nun in frischer Schönheit.
Carina Göls Schaffte es auf den ersten Platz: das Pfarrhaus in der Predigerstraße 13. Das Gebäude wurde einst im Stil des Historismus erschaffen und erstrahlt nun in frischer Schönheit.

In das Haus in der Predigerstraße 13 hatten sich Susan und Jan Rosenow scheinbar gleich auf den ersten Blick „verguckt“. „Der Garten war schön, die Stadtmauer war schön und der Stadtpark liegt dahinter. Das Haus hat Charakter“, fasst Jan Rosenow, der Tischlermeister ist, zusammen. Im Dachgeschoss gebe es mit Lehm- und Fachwerkbau sehr viel alte Bausubstanz, erläutert er. Schließlich legte das Ehepaar vor vielen Monaten los, beginnt mit der Sanierung. „Wir hatten Glück mit unserem Architekten Al-brecht von Kessel, denn der hat uns bei so mancher Entscheidung wie beispielsweise der Frage der Isolierung oder der Fassadenfarbe geholfen“, erläutert Jan Rosenow.

Das Ergebnis des Gebäudes, das das Pfarrhaus der Mariengemeinde ist, fällt beeindruckend aus. So beeindruckend, dass eine Jury um Hochbau-Ingenieur Andreas Sprick dem Ehepaar beim Röbeler Jahresempfang den Preis für das „Schönste Haus 2014“ überreichte. „Die zart beigegrau gestrichene Fassade wirkt nun ebenso elegant zurückhaltend wie imposant“, schildert Andreas Sprick nur einen Eindruck. An dem Haus werde auch deutlich, wie wichtig die passenden Fenster für den harmonischen Gesamteindruck seien, so Sprick.

Beim Jahresempfang erhielten zudem Ellen und Andreas Schröder, die derzeit im Urlaub sind, die Auszeichnung für die „gelungene Gestaltung“ ihres Hauses in der Predigerstraße 2.

Handwerkliche Meisterstücke

„Dieser Neubau wurde offensichtlich von Liebhabern landestypischen, traditionellen Bauhandwerkes errichtet“, sagte Sprick. Aus Sicht der Jury besitze dieses eingeschossige Gebäude viele „handwerkliche Meisterstücke“, wie Andreas Sprick sagt. „An dem Gebäude ist die Dachdeckung mit Biberschwanz in Kronendeckung erfolgt, die Jahreszahl und das Wappen in den Giebel eingearbeitet worden sowie die Haustür und das Holztor im gleichen Design gehalten“, nennt Sprick ein paar Details. Zudem nehme das eingeschossige Haus mit seinem Satteldach und der Tordurchfahrt prägende Gestaltungselemente der Wohnbebauung in der Predigerstraße auf, erläutert er. Dass das Haus mal wieder so schön aussehen könnte, hätte vor wenigen Jahren wohl kaum jemand gedacht. Denn damals befand sich das alte Gebäude, das ursprünglich zwei Stockwerke hatte, in einem schlechten Zustand. Es durfte nur unter der Bedingung abgerissen werden, die Baulücke gleich wieder zu schließen. Eine Maßnahme, die vollauf geglückt ist.

Eine Auszeichnung für eine „gelungene Sanierung“ erhielt auch Bauherrin Dina Langner für das Haus in der Röbeler Fritz-Reuter-Straße 10. Die „Schönheit“ der Fassade war viele Jahre hinter grauem Putz versteckt. Auch die Fenster- und Türformate waren in einem befremdlichen Format. Doch das gehört nun der Vergangenheit an. „Allein durch das wieder sichtbar gemachte Fachwerk wirkt das Haus nun stattlich“, sagt Jury-Mitglied Andreas Sprick zu dem Haus, das in Abschnitten saniert wurde. Die Teilung der Fenster betone dabei das eher breite und quadratische Fachwerk, fügt er hinzu. Und mit Blick auf das triste Wetter sagt er: „Das freundliche Apricot der Fassade erhellt auch an trüben Tagen die Nachbarschaft.“ Schön sei auch die Staffelung der beiden Geschosse, die durch die zwei Fensterformen hervorgehoben werde. „Die ganze Fassade wirkt nun harmonisch“, sagt Andreas Sprick.