Kunstpreis:

Schüler schenken „Ein Lächeln für Röbel“

Es ist ein Hauch der Geschichte der Regionalen Schule in Röbel, die es nun nicht mehr gibt. Der Kunstpreis, der jedes Jahr ausgeschrieben wird, lebt weiter und sorgt dafür, dass eine wunderbar originelle Ausstellung die Stadtwindmühle ziert.

Das ist er, der Kussmund, der Röbel umschließt und den ersten Preis holte. Enders
Enders Das ist er, der Kussmund, der Röbel umschließt und den ersten Preis holte. Enders

Ein Kussmund, in dessen Innenleben eine ganze Stadt versteckt ist? Es ist Röbel, jene Stadt am kleinen Meer, die den Schülern ein Zuhause ist. Es sind Schüler der Röbeler Schule am Gotthunskamp, Viert- bis Zehntklässler, die beim „Kunstpreis 99+13“ mitgemacht haben – mit eindrucksvollen Arbeiten, alle anders, aber alle auch irgendwie originell. Und zusammen hat das Ganze eine wunderbare Ausstellung ergeben, die bereits seit drei Wochen in der Röbeler Stadtwindmühle zu sehen ist.

Nun wurde die Schau auch offiziell eröffnet. Und wie es bei Künstlern üblich ist, wurde das Besondere gesucht: Es ist keine Vernissage und auch keine Finissage, die die Ausstellung in den Blickpunkt rücken soll. Nein, Lehrer und Schüler, darunter federführend Kunstlehrerin Uta Gallinat, entschlossen sich in Abspache mit der Mühlen-Crew, eine Mittissage durchzuführen. „Mittendrin in der Ausstellung“, bedeutet das. Rund 1000 Besucher haben die Schau schon gesehen, wie Heidrun Liebig vom Vorstand des Bundes für Natur und Heimat Müritz-Elde, der die Mühle betreibt, mitteilte. Und bis 29. Oktober, zum Saisonende der Mühle, soll die Ausstellung erlebbar bleiben.

Das Thema hieß „Ein Lächeln für. typisch Röbel“. Wie es zu diesem Slogan kam? „Wir suchen ja jedes Jahr ein Thema“, berichtete Uta Gallinat. Dafür verständige sie sich auch immer mit dem Mühlenbetreiberverein, welche Richtung wohl passen könnte. Und diesmal sollte es auch etwas Augenzwinkerndes sein. So hatte Uta Gallinat von jenem Maler in Waren gehört, der nicht bekannt ist, aber an die möglichen und manchmal auch unmöglichsten Stellen seine Bildchen heftet, die die Leute dann zum Schmunzeln bringen. Ähnlich sollte es den Schülern ergehen.

Und die Schüler fanden sie, die besonderen Ansichten ihrer Stadt. So hatten manche den Schinko-Giebel in ihre Zeichnungen eingebaut, andere die Ziege in überdimensionaler Größe ausgeschnitten und eingeklebt, so dass Collagen entstanden. Den Kunstpreis schließlich heimsten Maren Junghänel und Nadine Heise für ihren Kussmund ein. Sie konnten den handgefertigten Wanderpokal, die inzwischen schon etwas angeschlagene Muse, in Empfang nehmen. „Ich bin immer froh, wenn ich sie nach einem Jahr heil zurück bekomme“, meinte Uta Gallinat, die schon fürs nächste Jahr Ideen schmiedet, welches Kunstprojekt in Angriff genommen wird.