Sperrung aufgehoben:

Schweine-Laster auf B 192 umgekippt

Ein trauriges Bild haben Autofahrer am Mittwochmorgen auf der B 192 kurz vor Schloen gesehen: Neben einem umgekippten Laster lag ein totes Schwein. Vier weitere Tiere waren ausgebüxt.

Neben dem Laster liegt ein totes Schwein, ein anderes rennt davon.
Stephan Radtke Neben dem Laster liegt ein totes Schwein, ein anderes rennt davon.

Mitten im morgendlichen Berufsverkehr befuhr am Mittwochmorgen gegen 7 Uhr ein Lkw samt Anhänger die B192 von Plasten in Richtung Waren. Auf Höhe des Dratower Berges kippte der Anhänger des mit 90 lebenden Schweinen beladenen Lkw nach rechts auf die Seite. Dem Fahrer ist bei diesem Unfall nichts passiert. Anders sah es bei den Schweinen im Anhänger aus. Ein Großteil der Tiere war gefangen in den Boxen – andere in den Verstrebungen eingeklemmt. Ein Schwein erlitt derartig schwere Verletzungen, dass es unmittelbar durch Beamte der Polizei mittels Dienstwaffe erlöst werden musste. Vorerst glücklich aus dem Unfall gingen lediglich vier Schweine, die die Gunst der Stunde zur Flucht in Richtung Schloen nutzten.

Für die anderen Tiere hieß es aushalten. Lautstark und wild quieckten sie durcheinander und versuchten, auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Doch die Beamten der Warener Polizei waren zu diesem Zeitpunkt machtlos und mussten sich auf die Verkehrsregelung im Zuge der halbseitigen Straßensperrung beschränken. Neben dem Bergungsdienst aus Sietow rückten auch Vertreter des kreislichen Veterinäramtes an, um die Tiere zu begutachten. Gegen 10 Uhr schließlich erreichten alle Verantwortlichen, so auch ein Reservefahrzeug der Speditionsfirma, den Unfallort. Nur kurz ließen sich die Fachleute Zeit für eine Besprechung, dann stand bereits der Entschluss fest: „Die Schweine müssen schnellstens aus ihrer Lage befreit und umgeladen werden.“ Rückwärts rangierte das Ersatzfahrzeug an den verunfallten Anhänger. Lüftungsschlitze wurden geöffnet und die Rampe runtergefahren. Barrieren zeigten den Weg, den die Tiere beschreiten sollten. Nacheinander und geordnet, denn die Amtstierärztin begutachtete und registrierte jedes einzelne Tier. Von den insgesamt 90 Schweinen des Transports wurden 21 Tiere so schwer verletzt, dass sie noch an der Unfallstelle getötet werden mussten. Die restlichen 69 Tiere wurden auf ein anderes Fahrzeug umgeladen. Im Anschluss machte sich das Bergeunternehmen an die Arbeit und setzte mit Hilfe eines Krans den Anhänger wieder auf die Räder. Nach Angaben der Polizei stürzte der Anhänger durch einen technischen Defekt beim Abbiegen um. Während der Bergung war die B 192 sogar voll gesperrt und die Fahrzeuge wurden umgeleitet. Mittlerweile ist der Laster weg und der Verkehr läuft wieder.

 

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