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Schwere Vorwürfe gegen Warens Bürgermeister

Kommt Warens Bürgermeister Norbert Möller (SPD) durch die Ausschreibung für Jagdpachten politisch in Bedrängnis? Noch prüft die Staatsanwaltschaft die Vorwürfe.

Wer darf nun in einem Jagdrevier in der Nähe von Waren die Flinte anlegen? Kritiker sehen in der Ausschreibung „diskriminierende Passagen, die noch dazu nachträglich eingefügt wurden.“
Sebastian Kahnert Wer darf nun in einem Jagdrevier in der Nähe von Waren die Flinte anlegen? Kritiker sehen in der Ausschreibung „diskriminierende Passagen, die noch dazu nachträglich eingefügt wurden.“

Das Pulver ist auf beiden Seiten noch nicht verschossen. Während Toralf Schnur – er hat Möller im Zusammenhang mit einer Jagdpachtausschreibung wegen Untreue-Verdachts angezeigt – fest davon ausgeht, „dass das Verfahren gegen das Stadtoberhaupt in Gang gesetzt wird“, fährt der Bürgermeister im Gegenzug eigene Geschütze gegen den Liberalen auf: „Ich behalte mir ebenfalls rechtliche Schritte gegen Herrn Schnur vor und weise nach wie vor die Vorwürfe entschieden zurück.“ Ansonsten bleibt Möller bei seiner Haltung, sich im laufenden Verfahren nicht weiter äußern zu wollen. Der Pachtvertrag sei gültig. Er habe vor der Rechtsaufsicht des Landkreises Stellung genommen. Von der Staatsanwaltschaft habe er noch keine Nachricht, teilte Möller mit.

Nun kennen Kritiker bekanntermaßen keine Schonzeit. Und so wird auch Schnur noch einmal deutlicher, wenn es um die „Belastung für Möller“ geht: „Nach meiner Ansicht, sind die nachträglich in die Ausschreibung eingefügten Kriterien rein subjektiv auf einen bestimmten Bieter zugeschnitten, der ja offenkundig auch den Zuschlag bekam. Und so etwas geht nicht, das ist unfassbarer Wahnsinn. Sämtliche nachgeschobenen Kriterien erwecken den Eindruck, dass genau der Bewerber zu diesem Preis die Nutzung des Eigenjagdbezirkes erhalten sollte.“