Waren blickt nach oben:

Seehaus statt Platte

Wahre Superlative machten die Runde – vom Leuchtturm und Meilenstein war die Rede. Da passte es, dass sich der Hauptakt in schwindelerregender Höhe abspielte – das Richtfest des Seehauses führte zu neuen Ein- und Ausblicken.

Ließen sich von Schneeregen und Kälte nicht abschrecken: Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung wohnten dem Richtfest an der Gerhart-Hauptmann-Allee bei. Zehn neue Wohnungen entstehen im gehobenen Preissegment.
Andreas Becker Ließen sich von Schneeregen und Kälte nicht abschrecken: Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung wohnten dem Richtfest an der Gerhart-Hauptmann-Allee bei. Zehn neue Wohnungen entstehen im gehobenen Preissegment.

„Nein, nein“, wehrte sich Martin Wiechers energisch, „ich bin nicht schwindelfrei und bleibe für meine Rede lieber am Boden.“ Und so kletterten statt des Geschäftsführers der Wohnungsbaugesellschaft lieber geübte Handwerker aufs Dach, um den traditionellen Richtspruch aufzusagen. Wiechers – ganz bodenständig – hielt sich anschließend vor geladener Warener Prominenz aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft an die nackten Fakten.

Knapp drei Millionen Euro nimmt die 100-prozentige Tochter der Stadt in die Hand, um mit dem „Seehaus in bester Lage und mit Müritz-Blick“ einen gewichtigen Beitrag zur städtebaulichen Entwicklung beizutragen. In der Tat: Moderte vor Jahresfrist zwischen Gerhart-Hauptmann-Allee und Müritz-Ufer noch ein graues Gemäuer aus alten DDR-Zeiten vor sich hin, entsteht dort derzeit ein Miethaus mit gehobener Ausstattung. „Kein Luxusbau“, wie Wiechers eilig hinzufügte. Aber eine Immobilie, die sich in einem Preissegment bewegt, das auch für die Wogewa Neuland bedeutet. „Die Wogewa kann mehr, als nur alte Platte sanieren“, betonte denn auch Bürgermeister Norbert Möller. Wenn die Nachfrage in Waren da sei, müsse diese eben durch ein entsprechendes Angebot befriedigt werden, stößt das Seehaus beim Rathaus-Chef auf Gegenliebe.

Dass auch Möllers Amtsvorgänger Günter Rhein seine Ideen in das Projekt hat einfließen lassen, hatte Martin Wiechers in seiner Rede nicht unerwähnt gelassen.Erwähnung fand während des Richtfestes auch die nicht alltägliche Tatsache, dass den Mietern der insgesamt zehn Wohneinheiten im großzügigen Gartenbereich jeweils ein kleines Areal zur Verfügung steht. „Damit es beim Kampf um die besten Badeplätze kein Gerangel gibt“, so die Verantwortlichen augenzwinkernd. Dass eine eigene Anlegestelle für Boote das Angebot des Seehauses abrundet, ist selbst im wasserverwöhnten Waren nicht gerade Routine.

Und so können sich die künftigen Mieter nach ihrem Einzug im Sommer nicht nur in den zwischen 72 und 128 Quadratmeter großen Wohnungen wohlfühlen, sondern quasi auch in Hausschuhen die wenigen Meter zur Müritz absolvieren. Logisch, dass sich bei so viel Wohlfühlatmosphäre viele der Richtfestgäste die Chance nicht entgehen ließen, die einzelnen Wohnungen beim Rundgang zu besichtigen.