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Politiker lehnen Seepark-Pläne ab

Es sieht aus wie das besiegelte Aus für das Bauprojekt Seepark. Dort sollen nach den Investoren-Plänen Appartments und eine Wellness-Oase entstehen. Der Hauptausschuss hat dem Projekt jetzt eine Absage erteilt. Ganz vom Tisch ist das Projekt aber nicht.

Die Chancen zur Realisierung des Seepark-Projektes sind gesunken.
Foto: Projektentwicklung Harm Die Chancen zur Realisierung des Seepark-Projektes sind gesunken.

Toralf Schnur langte gleich zu Beginn der Sitzung verbal ordentlich zu: „Ich misstraue den Investoren, das vorgestellte Konzept ist der helle Wahnsinn.“ Damit reagierte der Liberale auf den Auftritt von Hans-Dieter Böhm und Per Barlag Arnholm im Stadtentwicklungsausschuss in der vergangenen Woche. Dort hatten die beiden Investoren ganz klar mitgeteilt, dass sie den Seepark unabhängig voneinander realisieren wollen – Böhm die Wellness-Oase, Arnholm als Geschäftsführender Gesellschaft der Helma Ferienimmobilien GmbH die Appartment-Anlage. Damit würden sie den ursprünglichen Plan der Stadt, der im Durchführungsvertrag aus dem Jahr 2012 verankert ist, konterkarieren.

Bürgermeister stimmt gegen seine Fraktion

Konkret: Die Stadt hat seinerzeit immer betont, das Projekt in Gänze in einer Hand errichten zu lassen – in Person von Hans-Dieter Böhm. Dies hatte Böhm aber nicht geschafft – und im Frühjahr diesen Jahres die Helma mit ins Boot geholt. „Warum soll ich Böhm jetzt glauben, wo er das Projekt doch in den vergangenen drei Jahren nicht gestemmt hat?“, fragte Ralf Schütze mit spitzer Zunge. Der SPD-Mann sprach die Befürchtung der Ausschuss-Mehrheit aus: „Am Ende realisiert lediglich die Helma scheibchenweise ihre Appartments – ohne jede Infrastruktur. Weil Böhm es eben nicht schafft, die Wellness-Oase zu bauen. Dann haben wir 450 Gäste in den Appartments, die bei Regenwetter abends um 19 Uhr in der Tourist-Info stehen und fragen: Was können wir jetzt machen?“

René Drühl von der CDU versuchte dagegenzuhalten: „Sicherlich ist das für die Stadt nicht die beste Situation, aber wir sollten den beiden Investoren eine Chance geben.“ Dies wollten neben Drühl aber nur die Ausschussmitglieder Ralf Spohr und – man höre und staune – Bürgermeister Norbert Möller. Der stimmte damit gegen seine eigene SPD-Fraktion.

Ob sich die Stadtvertretung am 14. Juli gegen die Empfehlung des Hauptausschusses stellt? Es bleibt spannend.

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