Warens Politik in Rage:

Seepark-Desaster führt zu Rücktrittsforderung

Die Politik fühlt sich komplett verschaukelt – der Ärger von Stadtvertretern entlädt sich entweder im Ruf nach personellen Konsequenzen oder in einem Vertrauensverlust in die Investoren. Der Nordkurier-Bericht „Versinkt der Seepark im Investoren-Dschungel?“ hat Auswirkungen auf Warens Politik.

Welche Einöde inmitten einer fantastischen Seenlandschaft: Führt das jahrelange Gezerre und der Investoren-Poker um das Seepark-Gelände zwischen Müritz und Feisneck zu personellen Konsequenzen?
Carsten Büttner Welche Einöde inmitten einer fantastischen Seenlandschaft: Führt das jahrelange Gezerre und der Investoren-Poker um das Seepark-Gelände zwischen Müritz und Feisneck zu personellen Konsequenzen?

Ralf Schütze ist ein ruhiger, ausgeglichener Zeitgenosse. Nach der Lektüre des Nordkurier ging ihm am Freitag aber die Hutschnur hoch. „Ich fühle mich total hintergegangen. Dass ich aus der Zeitung erfahre, dass es überhaupt noch keinen Kaufvertrag zwischen altem und neuem Investor hinsichtlich des Vorhabenträgerwechsels beim Seepark gibt, hat mein eh‘ schon geringes Vertrauen in Investoren und Projektentwickler total weggeblasen“, war der Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses mächtig angefressen.

Urlaub statt Notartermin

Nach Informationen des Nordkurier war ein für Anfang April vereinbarter Notartermin zwischen dem alten Seepark-Investor Hans-Dieter Böhm und dem potenziellen neuen Investor, der Helma Ferienimmobilien GmbH aus Berlin, geplatzt. Der Grund: Ein Investor sei im Urlaub gewesen. „Mit Verlaub“, ätzte Schütze, „wenn ich einen Notartermin vereinbart habe, bin ich an dem Tag doch nicht in Urlaub“.

Schütze hatte sich schon vor Wochen gewundert, dass weder Böhm noch ein Vertreter der Helma Ferienimmobilien GmbH sich persönlich in den politischen Gremien Warens vorgestellt hätten. „Wir hatten es immer nur mit deren Erfüllungsgehilfen Herbert Harm, dem vermeintlichen Projektentwickler, zu tun“, wetterte der SPD-Politiker. Für Schütze ist jetzt klar, dass der Bürgermeister die für die Stadtvertretersitzung am nächsten Mittwoch geplante Verwaltungsvorlage, mit der die Politik den Investorenwechsel abnicken sollte, von der Tagesordnung nimmt.

Bauamtsleiter absetzen

Während Schütze die Verwaltung für „schuldlos“ hält, fordert sein Polit-Kollege Toralf Schnur den Rücktritt von Bauamtsleiter Gunter Lüdde. „Der Bürgermeister sollte alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um Lüdde abzusetzen“, machte der FDP-Mann unmissverständlich klar. „Man ist schier fassungslos, dass ein derartiges Vorhaben, das seit Jahren brach liegt, so dilettantisch von der Stadtverwaltung begleitet wird.“ Schnur ist schockiert, dass der Bürgermeister noch nicht einmal mit dem neuen Investor gesprochen habe. „Wie will er dann eigentlich dessen wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die damit verbundene Fähigkeit, das Seepark-Projekt auch stemmen zu können, beurteilen?“ Es könne nicht sein, dass die politischen Entscheidungsträger für solche Peinlichkeiten verantwortlich gemacht würden. Und: „Wie will man der Öffentlichkeit solche Geschichten erklären, wenn keiner die Konsequenzen trägt.“

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