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Schwerreicher Sponsor für Müritz-Stadion gesucht

Der Spruch mit den „Elf Freunden“ kann getrost im Phrasenschwein verschwinden, ein Fußball-Oberligateam muss auch und vor allem als Kleinunternehmen wirtschaftlich unterhalten werden. Um dessen Existenz künftig zu sichern, wollen die Macher beim SV Waren 09 ganz neue Wege gehen.

Attraktive Anlage aus luftiger Höhe ins Bild gesetzt: Das Müritz-Stadion im östlichen der Warens.
Carsten Büttner Attraktive Anlage aus luftiger Höhe ins Bild gesetzt: Das Müritz-Stadion im östlichen der Warens.

Die Zeiten sind hart – mit dem Rückzug von Teammanager Norbert Conrad ist den Oberliga-Kickern auch einer der finanzkräftigsten Sponsoren von der Fahne gegangen. Da neue Sponsoren an der Müritz – und auch grundsätzlich – nicht eben Schlange stehen, kämpfen die Männer und Frauen um Vereinschef Fred Bethke ums wirtschaftliche Überleben. In den nächsten Wochen wird sich zeigen, ob das Geld reicht, um einen belastbaren Etat für eine neue Saison in der Oberliga zu stemmen.

Geld ist knapp - Sponsor soll helfen

Dabei sind Denk-Tabus ausgeschlossen – aktueller Beweis: In den vergangenen Tagen sickerte durch, dass der Verein mit dem Gedanken spielt, den Namen des Müritz-Stadions an einen Sponsoren zu verkaufen. Das erinnert an den großen Fußball – wo spielt der ruhmreiche FC Bayern München? Nicht im Stadion an der Grünwalder Straße in München-Gießing oder im Olympiastadion – nein die Truppe um Trainer-Ikone Pep Guadiola trägt ihre Heimspiele in der Allianz-Arena aus. Damit die Versicherung die Namensrechte bekam, flossen Millionen von Euro in die prall gefüllte Vereinskasse des FC Bayern.

Nun erhoffen sich Bethke und Co zwar keine Millionen von einem potenziellen Namensspender, aber ein schöner fünfstelliger Betrag würde der klammen Kasse durchaus gut tun. „Ein Sponsor, der die Namensrechte für das Müritz-Stadion erwirbt, ist ein Mosaiksteinchen bei der Generierung neuer Einnahmequellen“, berichtet Bethke. Allerdings muss die Kommunalpolitik bei dieser Rechnung mitspielen, ihren politischen Segen geben.

Jetzt muss die Politik entscheiden

Warum? Das Müritz-Stadion ist in städtischem Besitz, Waren 09 nur der Hauptpächter. „Ohne Zustimmung der Stadtvertreter kann der Verein nicht einfach das Stadion umbenennen“, weiß Ordnungsamtsleiter Dietmar Henkel. Deshalb trug Henkel den Willen des Vereins in dieser Woche in die politischen Reihen. Dort wird das Thema jetzt in den Gremien beraten.

Damit nicht genug des Beratungsbedarfes – der Verein hat weitere Wünsche. „Die Verantwortlichen haben angefragt, ob wir als Stadt Sitzschalen auf der Tribüne installieren können. Auch diese sollen an einzelne Sponsoren verkauft werden“, berichtet der Ordnungsamtsleiter aus dem Rathaus. Und noch etwas könnte sich Warens größter Verein vorstellen – eine Erneuerung des in die Jahre gekommenen Kunstrasenplatzes. Das Geläuf hat mittlerweile über ein Jahrzehnt auf dem Buckel, gehört zweifellos nicht mehr zu den gelenkschonenden Untergründen. Drei bis vier Trainingseinheiten wöchentlich plus Wettkampf – da grüßen Bänder, Sehnen und Muskeln