Norbert Möller und seine "unglücklichen Aussagen":

Sozialamt: Balanceakt des Bürgermeisters

Donnerstags hü, montags hott, donnerstags wieder hü – ja, wie denn nun, Herr Bürgermeister? Warens Rathauschef Norbert Möller agiert in der Diskussion um die Zentralisierung des Sozialamtes zumindestens „unglücklich“ – wie seine eigenen Parteifreunde einräumen.

Sportlich, sportlich Herr Bürgermeister: Norbert Möller ist ein durchtrainierter Marathonläufer. Jetzt muss er in der politischen Arena Durchhaltevermögen beweisen.
Carsten Schönebeck Sportlich, sportlich Herr Bürgermeister: Norbert Möller ist ein durchtrainierter Marathonläufer. Jetzt muss er in der politischen Arena Durchhaltevermögen beweisen.

Norbert Möller selbst bezeichnet sein politisches Agieren nicht als doppelte Rolle rückwärts, „sondern als breiten Erkennungsprozess. Schließlich bin ich auch nur ein Mensch“, macht Möller deutlich.

Der Mensch Möller hat in den vergangenen Tagen mehrfach seinen Standpunkt zur Schließung des Sozialamtes in Waren geändert. Zur Erinnerung: Nachdem der Bürgermeister auf der Demonstration gegen die Schließung des Sozialamtes am 12. Februar in Waren vor den 300 Teilnehmer ins Mikrofon rief, dass ein Bürgerservicecenter mit drei Mitarbeiter des Sozialamtes nicht akzeptabel sei, stimmte genau jener Bürgermeister in der Sondersitzung des Kreistages am 16. Februar für die Regelung mit drei Mitarbeitern. Um jetzt auf der nächsten Demo am 19. Februar zu verkünden, dass drei Mitarbeiter für die Bearbeitung der rund 70 Sozialamts-Fälle pro Woche doch nicht ausreichen würden. Zwischen den gegensätzlichen Aussagen lagen jeweils Gespräche Möllers mit Landrat Heiko Kärger und Warens Lebenshilfe-Chef Dieter Schröder.

Kritik am Schlingerkurs wird luter

Jetzt aber, so versichert Möller, sei seine Einschätzung endgültig, der Erkennungsprozess abgeschlossen. „Am Dienstag kommender Woche treffe ich den Landrat in Waren. Dort werde ich mit allem Nachdruck darauf verweisen, dass wir bei der personellen Ausstattung in Waren nachbessern müssen“, sagt Warens Bürgermeister.

Und genau in jener Funktion habe Möller bei der Demo am 12. Februar einfach Flagge zeigen wollen, versucht Ralf Schütze, langjähriges SPD-Mitglied in der Stadtvertretung, das Verhalten seines Bürgermeisters zu erklären. „Dass seine Äußerungen eher unglücklich waren, möchte ich gar nicht verhehlen. Die Materie rund um das Sozialamt ist aber sehr komplex, das durchschauen auch wir als Politiker nicht immer gleich komplett. Ebenfalls von „unglücklichen Aussagen“ spricht Michael Löffler, SPD-Stadtvertreter in Waren und gleichzeitig Vorsitzender des kreislichen Sozialausschusses. Vielleicht wäre es einfach besser gewesen, wenn sich Möller in der Sitzung des Kreistages enthalten hätte. Einen Schritt weiter geht Andreas Handy, langjähriges CDU-Mitglied im Stadtparlament der Müritzstadt: „Möller hätte durchaus anders stimmen können als der Rest seiner Fraktion. Er hätte sogar vor dem Kreistag schriftlich zu seiner Entscheidung als Warener Bürgermeister  Stellung nehmen können. Was hier gerade passiert, das kann man wirklich nicht mehr verstehen.“

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