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Sozialarbeiter kämpfen ums Überleben

Ein großes Stück Vertrauen droht gekappt zu werden – das zwischen Schülern an der Seenplatte und ihren Schulsozialarbeitern. Denn deren Stellen sind alles andere als sicher. Doch sie wehrten sich am Abend vor den Kreispolitikern.

Auf Plakaten machten Schulsozialarbeiter, Eltern und Schüler vor dem Kreistag auf die Wichtigkeit der Arbeit aufmerksam und protestierten gegen den Abbau von Stellen.
Georg Wagner Auf Plakaten machten Schulsozialarbeiter, Eltern und Schüler vor dem Kreistag auf die Wichtigkeit der Arbeit aufmerksam und protestierten gegen den Abbau von Stellen.

Es ist ein Kampf ums Überleben. Ein Kampf für das, was an Schulen längst selbstverständlich sein soll: Schulsozialarbeit. Doch die Stellensituation für diese Frauen und Männer in der Mecklenburgischen Seenplatte ist schwierig, viele Stellen könnten Kürzungen aus Schwerin zum Opfer fallen. Dass sie sich das nicht gefallen lassen, vor allem im Sinne ihrer Schützlinge, das haben am Montagabend Schulsozialarbeiter vor dem Kreistag in Neubrandenburg in einer Demonstration klar gemacht.
Denn Eltern, Lehrer und Schüler waren gekommen, um für den Erhalt der Schulsozialarbeit zu kämpfen.

Eine davon war Ulrike Stolschewski-Mielke, die als Sozialarbeiterin in der Möllenhagener Schule weiß, worum es geht. Auch ihre Schule steht hinter ihr: „Wir könnten uns eine Schule ohne Schulsozialarbeiterin nicht mehr vorstellen. Was einst ein zäher Kampf war, um überhaupt eine Stelle zu bekommen, das sollte man nicht mehr in Gefahr bringen“, sagte Susann Halliant, stellvertretende Schulleiterin.

Wichtige Hilfe für Schüler

Es sei eine wichtige und besondere Beziehung, die die Kinder und Jugendlichen zu Ulrike Stolschewski-Mielke aufgebaut hätten, und nur dadurch funktioniere es. Sie sei weder Elternteil, noch Lehrer und auch nicht der Kumpel – fremd und vertraut zugleich. „Wir hoffen sehr, dass die Stellen erhalten werden“, so Halliant gegenüber dem Nordkurier.

Der Schulsozialarbeiter berührt ein breites Spektrum im Schulalltag der jungen Leute. Er gilt quasi als Schnittstelle zwischen Schülern, Lehrern und Eltern, erfährt nicht selten als erster von Problemen. Kontakt zum Jugendamt und Therapeuten gehören dazu ebenso wie Integration von Kindern mit Migrationshintergrund bis hin zur Hilfe bei der Berufsorientierung. Einmal wichtiger sei ihre Arbeit, so die Argumente der Engagierten, da die Gewaltbereitschaft, auch durch Cybermobbing, gestiegen seien.

Kommentare (1)

Sehr enttäuscht von den beiden großen Parteien SPD und CDU. Ist es nicht ein bisschen wenig sich für den Erhalt von Schulsozialarbeit auszusprechen aber keine finanzielle Verantwortung übernehmen zu wollen. Aus meiner Sicht reicht es nicht aus das Land aufzufordern Schulsozialarbeit zu verstetigen. Herr Prof. Freigang von den Grünen sowie Herr Ritter von den Linken haben den Kreistag mit klaren Worte darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, dass die Schulsozialarbeit 2017 gesichert wird. Wir sind uns alle darüber einig, das perspektivisch das Land M-V sich seiner Verantwortung, Schulsozialarbeit zu verstetigen, nicht entziehen kann. Doch schauen wir mal den Tatsachen in die Augen. Unsere Landesregierung hat zurzeit damit zutun sich zu konstituieren und einen Koalitionsvertrag auszuhandeln. Wenn alles gut geht, haben wir im November eine halbwegs tätige Landesregierung. Liebe Kreistagsabgeordnete der SPD und CDU sie haben viel Optimismus, wenn sie ernsthaft glauben, dass unser Bildungs- und/ oder Sozialministerium bis dahin die Finanzierung der Schulsozialarbeiterstellen über Landesmittel gesetzlich regelt. Der Landkreis MSE hat die Schulsozialarbeit mit ESF und BuT Gelder aufgebaut. Jetzt wo diese Fördergelder ausgehen, möchte der Landkreis keine Verantwortung mehr übernehmen. Gut! Dann gebt die Schulsozialarbeiter in die Hände wo sie ihrer Ansicht nach hingehören. Die Betonung liegt hier aber auf das Wort geben und wir reden hier nicht von hinschmeißen. Die gestrige Entscheidung, die 37 Kreistagsabgeordnete getroffen haben, bedeutet für 64 Schulsozialarbeiter der Gang zur Agentur für Arbeit und für mehrere tausende Schüler eine Zukunft ohne Schulsozialarbeit.