Warens Stadtpräsidium "erfüllt" die Frauenquote:

SPD-Vertreterin Nadine Julitz gewählt

Wechsel im Präsidium der Stadtvertretung: Am Mittwochabend erhielt Nadine Julitz den Zuschlag vom Parlament, die Nachfolge des erkrankten Jürgen Köhn anzutreten. In den Freudenbecher der 26-jährigen Sozialdemokratin wurden von den Parlamentariern allerdings gleich neun Wermutstropfen gegossen.

Neu besetzt: Nadine Julitz rückt an die Seite von Rainer Espig (links) und René Drühl.
Carina Göls Neu besetzt: Nadine Julitz rückt an die Seite von Rainer Espig (links) und René Drühl.

Im Vorfeld hatte alles auf einen klaren Durchmarsch gedeutet – Nadine Julitz hatte ihre Bereitschaft erklärt, ihre Fraktion hatte sie nominiert und vorgeschlagen. Weit und breit keine Mitbewerber, die Ansprüche für den Posten des stellvertretenden Stadtpräsidenten anmeldeten. Doch in der Sitzung der Stadtvertreter am Mittwochabend entwickelte sich die vermeintliche Routineabstimmung doch zu einem Zweikampf – inklusive geheimer Wahl. Denn kurz vor dem Votum hatte Toralf Schnur von der FDP seinen Hut in den Ring der Stadtvertretung geworfen – der Liberale schlug sich selbst vor. Mit einer bemerkenswerten Begründung: Im Präsidium müsse jemand sitzen, der sich bei den vielen offenen Rechtsfragen innerhalb der Stadt Waren auskenne. Ein scharfzüngiger Seitenhieb auf die Anweisung der Rechtsaufsichtsbehörde des Landkreises an die Stadt, doch bitteschön die Vergabe von Städtebaufördermitteln künftig nicht mehr hinter verschlossenen Türen zu beraten.

Nun, die Ausgangslage war klar – die Stadtvertreter mussten in geheimer Wahl, die hatte Schnur gleich mit beantragt, Farbe bekennen. Und siehe, obwohl die FDP mit lediglich zwei Mitgliedern im Parlament vertreten ist, erreichte Schnur sechs Stimmen. Gleichzeitig symbolisierten drei Stadtvertreter, dass sie offenbar weder mit den zur Wahl stehenden Personen noch mit dem ganzen Prozedere einverstanden waren. Blieben am Ende 16 Ja-Stimmen für Nadine Julitz. Die lächelte alle neun Stimmen, die ihr nicht zugefallen waren, charmant weg und nahm sogleich Platz zwischen Stadtpräsident René Drühl (CDU) und dem zweiten Stellvertreter Rainer Espig (Die Linke). „Damit ist die Frauenquote erfüllt“, lächelte Drühl verschmitzt.

Bevor Nadine Julitz aber gewählt wurde, hatten Bürgermeister Norbert Möller (SPD) und René Drühl in bewegenden Worten an den aus gesundheitlichen Gründen ausscheidenden Jürgen Köhn erinnert. „Er war über 26 Jahre ein angenehmer und verlässlicher Stadtvertreter. Von insgesamt 226 Sitzungen der Stadtvertretung hat er 198 mitgebracht“, sagte Drühl. Möller sicherte zu, dass sich die Stadt in würdigem Rahmen bei Jürgen Köhn für die geleistete Arbeit bedanken werde. Der 75-jährige Köhn hatte vor wenigen Wochen seinen Rückzug bekannt gegeben.

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