Verkauf an Wogewa:

Spektakuläres Ende der Bus-Affäre

Unaufgeregt plätscherte der Hauptausschuss in Waren vor sich hin - routinemäßig segnete die Kommunalpolitik Bebauungspläne ab. Doch kurz vor Sitzungsende ließ es der Bürgermeister krachen.

Bald im Eigentum der städtischen Wohnungsbaugesellschaft: der Vereinsbus.
Andreas Becker Bald im Eigentum der städtischen Wohnungsbaugesellschaft: der Vereinsbus.

Zur besten Tagesschau-Zeit sorgte Bürgermeister Norbert Möller (SPD) am Donnerstagabend für die Schlagzeile im politischen Waren: „Wir wollen den städtischen Vereinsbus an unsere Wohnungsbaugesellschaft Wogewa verkaufen“, sprach Möller in die Runde des versammelten Hauptausschusses. Sekundenbruchteile vergingen, fast hätte man eine Stecknadel fallen gehört – auch altgediente Kommunalpolitiker musste diese Nachricht kurz sacken lassen. Währenddessen schickte Möller die Begründung gleich hinterher: „Ich habe mit dem Wogewa-Geschäftsführer Martin Wiechers gesprochen. Wir werden den Bus schätzen lassen, anschließend wird die Wogewa ihn kaufen und nach ihren Nutzungsbedingungen an Vereine und Verbände vermieten. Wir folgen mit dem Verkauf des Busses einer Empfehlung der Kommunalaufsicht, die uns nahe gelegt hatte, einen städtischen Vereinsbus nicht weiter einzusetzen.“

Hintergrund: Über Monate hatten fehlerhafte und falsche Angaben in den Fahrtenbücher sowie die private Nutzung des Busses durch Bürgermeister (ohne notwendige Genehmigung der politischen Gremien) und Stadtpräsident René Drühl zu heftigen Kontroversen geführt. Der Fall hatte auch das Innenministerium beschäftigt. Ob die Stadt mit dem Verkauf aller Sorgen ledig ist, bezweifelte Toralf Schnur (FDP): „Für die Transparenz bei der Nutzung des Busses ist das eine Katastrophe. Jetzt wird der Nutzungsmissbrauch bei den Mietern der städtischen Wohnungsbaugesellschaft abgeladen.“

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