Hafenausbau wird teurer:

Stadt Waren kalkuliert Mehrkosten ein

Dass der Um- und Erweiterungsbau des Warener Hafens deutlich teurer wird als ursprünglich geplant, wird rund um die Müritz bereits seit Wochen spekuliert. Jetzt hat ausgerechnet Bauamtsleiter Gunter Lüdde die Kosten-Diskussion ordentlich befeuert.

Der Fortschritt ist unverkennbar: Während die alte Mole im Hintergrund den Bauarbeiten Schutz bietet, wächst die neue Mole Meter um Meter. Durch die schwierigen Gründungsarbeiten müssen Planung und Finanzierung nachjustiert werden.
Andreas Becker Der Fortschritt ist unverkennbar: Während die alte Mole im Hintergrund den Bauarbeiten Schutz bietet, wächst die neue Mole Meter um Meter. Durch die schwierigen Gründungsarbeiten müssen Planung und Finanzierung nachjustiert werden.

Das Gerücht geht so: Günter Lüdde referiert vor Unternehmern und Gastronomen in Waren, kommt auch auf den Hafenausbau zu sprechen. Und sagt dabei, dass das Projekt satte zehn Prozent teurer werde. Zehn Prozent bei einer Gesamtinvestition von 8,5 Millionen Euro sind beachtliche 850 000 Euro. Ein ordentlicher Batzen Geld – gerade für einen auf Kante genähten Haushalt wie den Warener.

Vom Nordkurier mit der Lüdde-Aussage konfrontiert, rudert Steffi Schabbel, Pressesprecherin der Stadt, zurück – zumindest ganz vorsichtig. Es sei nicht korrekt, dass Lüdde von einer zehn prozentigen Kostensteigerung gesprochen habe. Sondern? „Der Bauamtsleiter hat gesagt, dass die Stadt Waren als Auftragsgeber zufrieden sein kann, wenn aufgrund der schwierigen Baugrundverhältnisse die geplanten Gesamtkosten um nicht mehr als zehn Prozent überschritten werden.“ Lässt diese offizielle Aussage der Stadt sogar den Rückschluss zu, dass eine der „bedeutendsten und schwierigsten Baumaßnahmen seit der politischen Wende in Waren“ eventuell die zehn Prozent Mehrkosten noch übersteigt? Die nächsten Wochen und Monate werden Antwort geben. Die ist hinsichtlich des Zeitplans bereits fix. Steffi Schabbel: „Die Bauarbeiten liegen voll im Plan, die beauftragten Baufirmen konnten die zeitweiligen Verzögerungen aufholen.“

Sollte es wirklich zu einer Kostensteigerung kommen, werde die Stadt versuchen, erneut Fördergelder anzuzapfen. Einen entsprechen Antrag würde die zuständige Prüfstelle, das Haufenbauamt Rostock, bearbeiten. „Kommt das Hafenbauamt zum Ergebnis, dass die Mehrkosten unvorhersehbar und unabweisbar sind, werden sie entsprechend dem Gesamtfördersatz, in dem Fall 80 Prozent, gefördert“, erläutert Schabbel das Prozedere. Im Rathaus ist schon einmal gerechnet worden: Bei geförderten Mehrkosten von 10 Prozent seien von der Stadt Waren rund 166 000 Euro aus eigenen Haushaltsmitteln zusätzlich zu den bereits im Haushaltsplan veranschlagten Mitteln bereit zu stellen.

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