Sanierungsvorhaben:

Stadtverwaltung liegt mit „Eckmüller“ über Kreuz

Der Eingangsbereich zur Güstrower Straße in Malchow soll schöner werden. Doch das scheitert am Widerstand eines Bürgers. Und der kann gewichtige Gründe anbringen.

Das rechte Haus, das in Malchow als „Eckmüller“ bekannt ist, soll nach dem Willen der Stadt einem modernen Eingangsbereich zur Güstrower Straße weichen. Foto: Petra Konermann
Petra Konermann Das rechte Haus, das in Malchow als „Eckmüller“ bekannt ist, soll nach dem Willen der Stadt einem modernen Eingangsbereich zur Güstrower Straße weichen. Foto: Petra Konermann

„Eckmüller“ ist in Malchow ein bekanntes Gebäude. Es steht an einer Ecke zur Güstrower Straße. Dort befand sich einst eine Bäckerei. Längst ist das private Haus in seiner exponierten Lage in einem sanierungsbedürftigen Zustand. Daran möchte die Stadt etwas verändern. Sogar einen Beschluss der Stadtvertretung gibt es: Die Ecke Kirchenstraße/Güstrower Straße als Teil des Malchower Sanierungsgebietes soll aufgehübscht werden, damit mehr Passanten in die Malchower Einkaufsstraße, in die Güstrower Straße einbiegen. Während eines der insgesamt vier Eckhäuser bereits saniert wird, scheitert dieses Vorhaben beim „Eckmüller“. Das Haus gehört Karl-Hermann Schulz. Er fühlt sich von der Stadt massiv unter Druck gesetzt. Das Haus befindet sich seit vielen Jahren im Besitz seiner Familie. Verkaufen möchte Schulz sein Haus nicht, weiß sein Anwalt Rickert Reeps. „Es ist sein Elternhaus, er hängt daran“, so Reeps.

Dennoch: Ein Teil des Hauses befindet sich bereits im Besitz der Stadt – gegen den Willen von Schulz. Denn die Stadt hat, das bestätigt Bürgermeister Joachim Stein (Grüne) auf Nordkurier-Nachfrage, die Grundschuld gekauft, die auf dem „Eckmüller“-Haus liegt und die als Restbetrag noch aus der Scheidung des Besitzers herrührt. Anwalt Reeps: „Die Stadt hat den Eigentümer aufgefordert, die offene Forderung zu begleichen. Dahinter steht, für Herrn Schulz natürlich erkennbar, die Absicht, bei Nichtbezahlung eine Zwangsversteigerung herbeizuführen und das Grundstück zu erwerben.“ Reeps weiß, dass rechtlich der Stadt wohl nichts vorzuwerfen sei. „Moralisch aber habe ich erhebliche Bedenken“, betont er.

Diese Bedenken kann Stein nicht teilen: „Ich habe den politischen Auftrag der Stadtvertretung, mich um die Neugestaltung dieses Bereiches zu kümmern.“ Mehrfach habe die Stadt ihr Kaufinteresse an dem „Eckmüller“-Haus bekundet. Zwei Notartermine habe es bereits gegeben, die aber der Besitzer habe platzen lassen. Ende des Monats gebe es einen neuen Gesprächstermin mit dem Eigentümer.

 

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