Investorengruppe will Warener Bahnhof erwerben:

Stadtverwaltung schweigt zu Kaufabsichten

Von wegen Abstellgleis: Geht es nach den Warener Stadtvertretern, könnte der Bahnhof bald wieder zu einem Mittelpunkt werden. Ein medizinisches Zentrum in dem roten Backsteinbau ist vielleicht schon bald Realität.

Zähne statt Züge könnten auf dem Warener Bahnhof bald im Mittelpunkt stehen. Eine Investorengruppe möchte das Objekt gern kaufen.
Archiv/Petra Konermann Zähne statt Züge könnten auf dem Warener Bahnhof bald im Mittelpunkt stehen. Eine Investorengruppe möchte das Objekt gern kaufen.

Wenn aus Träumen Taten werden – dann denkt man wohl in Waren zuletzt an den Bahnhof. Zu oft krankten Käufer-Konzepte, gerieten zu Spekulationsobjekten oder blieben ganz aus. Nun fährt quasi wieder ein neuer „Zug“ ein: Geht es nach dem Willen der Warener Stadtvertreter, dann darf eine Investorengruppe aus Waren das Bahnhofshaus samt rund 2200 Quadratmeter Grundstück für rund 93 500 Euro kaufen. „Noch gibt es keinen unterschriebenen Kaufvertrag und auch keinen festen Zeitplan, aber wir würden das Objekt gern erwerben“, sagte  Arnim Voigtländer auf Nordkurier-Nachfrage.

Er gehört gemeinsam mit André Melzer - beide arbeiten bei der Ingenieurgesellschaft Nord Für Bauwesen (IGN) in Waren - sowie Dentist Dr. Felix Handy zum Investoren-Trio, das aus dem Backsteinbau an den Gleisen ein medizinisches Zentrum machen möchte. Schwerpunkt: Oralchirurgie, also alles, was mit dem Mund zu tun hat. Dabei könnten beispielsweise Tumore und Kieferchirurgische Erkrankungen behandelt werden, aber auch Implantate und Zahnprothesen würden eine Rolle spielen.  Auch an eine neurologische Praxis, eine Praxis für Logopädie und Physiotherapie werde gedacht. So würden sich am Warener Bahnhof vor allem Fachärzte ansiedeln.

Noch vor einem Jahr schien die Zukunft des Backsteinbaus eine andere: Russen hatten das Objekt der Deutschen Bahn ersteigert. Seinerzeit hatte es aus der Stadtverwaltung geheißen, dass der Russe ohne Konzept angetreten sei und die Kommune darum ihr Vorkaufsrecht nutzte, um aus dem alten Bahnhofshaus keine Spekulations-Immobilie werden zu lassen, wie es damals hieß.

Keine Informationen aus nichtöffentlicher Sitzung

Nun kommt das Investoren-Trio „Alter Bahnhof Waren (Müritz) GbR“ ins Spiel. Ein Wertgutachten für das Objekt gab es nach Nordkurierinformationen nicht. Für die besagten 93 500 Euro könnten die drei Herren neue Besitzer des Objektes werden. Wie viel es tatsächlich wert ist, bleibt offen. Ebenso wie die Antworten auf neun Fragen des Nordkurier an die Warener Stadtverwaltung zum Thema Bahnhof, da das Verkaufsansinnen im nichtöffentlichen Teil der jüngsten Stadtvertretersitzung diskutiert wurde.

Zu den Details hält sich die Verwaltung sehr bedeckt. So wollte sie weder mitteilen, ob überhaupt verkauft werden soll, an wen und zu welchem Preis. Stattdessen hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme lapidar: „Wir können Ihre Anfragen nicht beantworten, da diese im nichtöffentlichen Teil der Stadtvertretung behandelt wurden. Daher werden wir auch keine Informationen bestätigen oder dementieren.“

Freundlicher hingegen sind die Politiker nach Nordkurier-Recherchen zu den interessierten Käufern. Demnach überlegen einige Abgeordnete, eine Passage in den Kaufvertrag aufzunehmen, der es den Investoren gestattet, vom Vertrag zurückzutreten, sollte es kein Fördergeld für die nötige Sanierung des denkmalgeschützten Hauses geben. Ob und welche Chancen es überhaupt für diese Zuwendungen gibt, ist aber noch völlig unklar.

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