Malchower Wirtschaft:

Steht Laubholzsägewerk vor der Wiedereröffnung?

Seit drei Jahren ruht die Arbeit im Pollmeier-Werk in Malchow, einst eines der größten und modernsten Schnittholzwerke in Europa. Ist es möglich, dass in dem Werk bald wieder die Späne fliegen?

Das seit drei Jahren still gelegte Pollmeier-Laubholzwerk im Malchower Gewerbegebiet ist nach wie vor gut in Schuss. Ein Großteil der Maschinen wurde nicht demontiert.
Petra Konermann Das seit drei Jahren still gelegte Pollmeier-Laubholzwerk im Malchower Gewerbegebiet ist nach wie vor gut in Schuss. Ein Großteil der Maschinen wurde nicht demontiert.

Die Gerüchteküche in Malchow brodelt: Das einst stillgelegte Laubholzsägewerk könnte wieder eröffnen. Jan Hassan, bei Pollmeier für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit zuständig, bestätigt gegenüber dem Nordkurier, dass es bereits Nachfragen und Bewerbungen von Malchowern gibt, die gerne wieder im Pollmeier-Werk arbeiten würden. Nur: "Dass das Malchower Werk wieder eröffnet, kann ich weder bestätigen noch dementieren", so Hassan. Allerdings gibt er zu, dass eine Wieder-Eröffnung des Werkes in der Inselstadt unternehmensintern "in der Diskussion" sei. "Eine Entscheidung, ob das Werk reaktiviert wird oder nicht, fällt zum Ende des Jahres. Anfang 2015 treten wir dann mit dem Ergebnis an die Öffentlichkeit", erklärt Jan Hassan. Sein Unternehmen wolle bei den Malchowern keine falschen Hoffnungen schüren, vor allem aber besagte Gerüchte-Küche nicht weiter befeuern.

Hoffnung auch für die Südbahnstrecke?

Malchows Bürgermeister Joachim Stein (Grüne) weiß um Überlegungen, das Pollmeier-Werk wiederzubeleben. "Ich weiß aber auch nicht, ob das Werk wieder öffnet oder nicht. Wenn es so wäre, wäre das natürlich eine außerordentlich gute Entwicklung für Malchow, für unsere ganze Region und auch für das Land", so Stein. Wichtige Arbeitsplätze würden entstehen, der nachwachsende Rohstoff Holz könne wieder im eigenen Land verwertet und vermarktet werden. Außerdem sei ein möglicher Neuanfang des Pollmeier-Unternehmens eng an den Erhalt der Südbahnstrecke gebunden. Eine wichtige Rahmenbedingung beim Bau des Schnittholzwerkes sei ein eigener Bahnanschluss im Gewerbegebiet gewesen. "Das können wir nach wie vor bieten", betont Stein.

2011 kam das Aus

Rückblick: 1999 wurde das Pollmeier-Schnittholzwerk im Malchower Gewerbegebiet gebaut. Im Jahr 2000 lief die Produktion an. Rund 80 Mitarbeiter hatte das Werk damals, die meisten kamen aus Malchow und seiner Umgebung. Doch 2011 kam das Aus für das Werk: Bretter aus Massivholz seien nicht mehr so gefragt wie früher, hieß es damals. Der weltweite Schnittholz-Anteil war um 40 Prozent gesunken. Die Nachfrage an Massivholz brach ein, die Wälder in Mecklenburg-Vorpommern konnten dennoch nicht die geforderten Mengen Holz an das Malchower Werk liefern. Zunächst wurde rund die Hälfte der einst rund 80 Mitarbeiter entlassen, schließlich alle. Den Sozialplan, den Eigentümer Ralf Pollmeier damals aufgestellt hatte, wurde realisiert. Einige Malchower haben auch das Angebot angenommen, die Inselstadt zu verlassen und ins Stammwerk zu wechseln. Über Jahre hinweg wurde gemeinsam mit der Stadt Malchow, mit Mecklenburg-Invest, der Wirtschaftsfördergesellschaft des Landes Mecklenburg-Vorpommern, und dem Wirtschaftsministerium nach einem Käufer für das Sägewerk gesucht - erfolglos. Das Unternehmen Pollmeier betreibt derzeit zwei Laubholzsägewerke - in Aschaffenburg und Creuzburg. 

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