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Streit am Fleesensee soll bloß nicht ausufern

Im Silzer Urlaubsparadies hängt der Zeltsegen schon eine Weile schief. Die Bürgermeisterin bietet an, zu moderieren, damit sich alle Besucher des Ortes wieder wohlfühlen können -und der Zeltplatzverein trotzdem ordentlich wirtschaften kann.

Still ruht der See. Bei 10 Grad Außentemperatur haben die Camper alles winterfest gemacht.
Ralph Schipke Still ruht der See. Bei 10 Grad Außentemperatur haben die Camper alles winterfest gemacht.

Zelte, Grill und Boote sind winterfest gemacht unten am Fleesensee. Verlassen und ruhig liegt der Campingplatz „Heidepark Silz“ da. Von einem großen Knatsch im Sommer ahnt im Herbst hier keiner mehr was. Wer aufmerksam die Mitteilungen der Platzbetreiber liest, ahnt aber, worum der Streit sich dreht: „Werte Dauercamper, die WC-Container werden aus technischen Gegebenheiten erst mit der Hauptsaison ab 1. 6. bis 30.9. geöffnet.“ Und gleich an der Schranke im Schaukasten: „Preise für Erstverträge ab 2015“ Es folgen drei- bis vierstellige Beträge und mit dreifachem Ausrufezeichen „Neue Dauercamper!!!“

Die Silzer Bürgermeisterin will von den Vorwürfen der Camper gegen die Platzverwaltung und umgekehrt, vom „Krieg auf dem Platz“ in diesem Sommer gar nicht unbedingt alle Details wissen. Allerdings würden Almuth Köhler und ihr Gemeinderat gern vermitteln und zwischen den offensichtlich verfeindeten Parteien moderieren. Das idyllische Urlauberareal mit rund 170 Ferienhäusern und der Zeltplatz mit circa 380 Stellflächen am Seeufer ist schließlich Gemeindeland. Und aus der Pacht dafür bestreitet der Ort einen großen Teil seines Haushalts.

„Wir können da am See keine schlechte Stimmung gebrauchen“, sagt sie. Schließlich sollen die Leute gern zur Erholung nach Mecklenburg kommen. Wer Recht und wer Unrecht hat, kann sie von außen nicht gut beurteilen. Von ihr aus könnten Dauercamper auch gern Silvester am zugefrorenen Fleesensee feiern. Aber die Betreiber müssen auch die Chance haben, betriebswirtschaftlich zu rechnen, was auf dem Platz passiert und was nicht. Die Gemeinde hält die Türen für beide Seiten offen. Doch kommen, müssten die Camping-Streithähne schon von selbst.

Kommentare (1)

Sehr geehrte Redaktion, mittlerweile können wir uns des Eindrucks nicht erwehren, dass der „Streit am Fleesensee“ und der „Krieg auf dem Platz“ vorrangig in Ihrem Büro ausgetragen werden. Ihr Reporter mit dem schönen Namen „Max Mustermann“ berichtet von den Ahnungen, die er beim Lesen unserer Mitteilungen bekam. Eine Anfrage bei uns hätte es ihm ermöglicht über die zugrunde liegenden Tatsachen zu berichten. Es handelt sich um einen Vorgang, der in allen Wirtschaftsbereichen in diesem Land immer wieder vorkommt, ohne dass der Nordkurier darüber mit derartig martialischen Schlagwörtern berichten würde. Der Heidepark Silz hat auf seinem Campingplatz eine neue Tarifstruktur für Dauercamper eingeführt. Die Höhe der Jahresmiete hängt jetzt von der Größe des Stellplatzes sowie von der Intensität der Nutzung ab. Außerdem haben wir unseren langjährigen Kunden eine Art Treuerabatt eingeräumt. Aus diesem Grund wird im Schaukasten hervorgehoben, dass die dort genannten Tarife nur für neue Dauercamper gelten. Damit haben wir jetzt eine Tarifstruktur, die auch auf anderen Campingplätzen der Region üblich ist, wobei unsere Tarife nach wie vor vergleichsweise günstig sind. Auf dieser Grundlage wird es möglich sein, den Campingplatz in den kommenden Jahren durch Investitionen und die Verbesserung des Service noch attraktiver zu machen. Veränderungen rufen immer eine gewisse Unruhe hervor, zumal die Einführung der neuen Tarife zwangsläufig mit einer Kündigung der alten Verträge, deren Gültigkeit sich zuvor praktisch automatisch von Jahr zu Jahr verlängert hatte, verbunden war. Diese Unruhe ist durch einige Personen, die man vielleicht wirklich als „Streithähne“ bezeichnen kann, zusätzlich geschürt worden, indem – teilweise wider besseren Wissens – Gerüchte in die Welt gesetzt und Unwahrheiten verbreitet wurden. Auch darüber hat die Müritz-Zeitung berichtet. Wir sind wie unsere Bürgermeisterin der Meinung, dass wir auf unserem Campingplatz keine schlechte Stimmung gebrauchen können. Deshalb freuen wir uns, dass über 90% unserer Dauercamper die neuen Verträge unterschrieben haben und sich daher auf die nächste Campingsaison ebenso freuen können wie Vorstand und Mitarbeiter des Heidepark Silz. Von „verfeindeten Parteien“, die gegeneinander „Krieg“ führen, kann also keine Rede sein. Dr. Uwe Müller