Verkehr :

Streit an der Spielstraße: Wo Schilder wandern lernen

Durch die Versetzung eines Verkehrsschildes wurde in Waren über Nacht aus einem verkehrsberuhigten Bereich eine Zone mit Tempo 30. Das ruft einen Anwohner auf den Plan, der durch die jetzige Situation seine Sicherheit gefährdet sieht.

Hans-Joachim Kietzmann vor dem umstrittenen Schild. Noch vor Kurzem stand es 50 Meter weiter in Richtung der Brücke.
Jörg Döbereiner Hans-Joachim Kietzmann vor dem umstrittenen Schild. Noch vor Kurzem stand es 50 Meter weiter in Richtung der Brücke.

Immer wenn Hans-Joachim Kietzmann aus seiner Einfahrt in die Teterower Straße tritt, ärgert er sich. Dann stößt er auf eine Verkehrsregelung, die er lieber heute statt morgen ändern würde, so er denn könnte. Was dem Warener sauer aufstößt ist ein Schild, das gleich neben seinem Grundstück steht und eine verkehrsberuhigte Zone ausweist. Gegen die "Spielstraße" hat Hans-Joachim Kietzmann nichts, ganz im Gegenteil. Ging es nach ihm, müsste die gesamte Teterower Straße ab der neu eröffneten Edeka-Filiale als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen werden.

Auf den etwa 50 Metern zwischen dem Lebensmittelmarkt und dem Beginn der Spielstraße– eine Sackgasse –gibt es keinen Gehweg. Passanten und Fahrzeuge teilen sich die Straße, auf der ein Tempolimit von 30 gilt. Hans-Joachim Kietzmann sieht deshalb die Sicherheit der Fußgänger gefährdet. "Gerade nach der Neueröffnung des Marktes ist hier viel los", meint der Anwohner und fordert Schrittgeschwindigkeit und ein Parkverbot. Was ihn an der derzeitigen Situation am meisten befremdet: Das "Spielstraßen"-Schild standschon einmal für kurze Zeit 50 Meter weiter vorn. Bis es Mitte Juli im Zuge der Bauarbeiten an der Teterower Straße hinter den Wendehammer umgesetzt wurde.

Mischverkehrsflächen

Auf Anfrage des Nordkuriers bestätigt Holger Jantz vom Warener Ordnungsamt, dass das Schild in Abstimmung mit dem Ingenieurbüro versetzt wurde. "Der derzeitige Schilderstandort entspricht dem mit dem Straßenbauamt Neustrelitz im Vorfeld abgestimmten Beschilderungsplan", so Holger Jantz. Ob der gesamte Straßenabschnitt als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen wird, darüber will das Ordnungsamt noch einmal mit der zuständigen Polizeiinspektion Neubrandenburg diskutieren. Die von Hans-Joachim Kietzmann beanstandete Gefährdung der Fußgänger teilt das Amt nicht. "Mischverkehrsflächen (Straßen, die von Fahrzeugen und Fußgängern gemeinsam benutzt werden, d. R.) müssen nicht zwangsläufig als ,Verkehrsberuhigter Bereich‘ gekennzeichnet werden", so Holger Jantz.

Hans-Joachim Kietzmann gibt sich mit dieser Antwort nicht zufrieden. Er will nun Bürgermeister Rhein sein Anliegen vorbringen.

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