Gutspark:

Streit um Alt Rehser Lebenspark geht in eine neue Runde

Das Gerangel um den Gutshof geht weiter. Bisher sind alle Versuche gescheitert, den Betreibern das Gelände abzunehmen. Der Eigentümer nimmt neuen Anlauf.

Eigentümer Gerd Preissing lässt nicht locker.
Carsten Schönebeck Eigentümer Gerd Preissing lässt nicht locker.

Bernhard Wallner wirkt am Telefon entspannt. Vor allem wenn man bedenkt, wie dünn die Luft für das Projekt Lebenspark in Alt Rehse ist, für das der Jurist Verantwortung trägt. Er sei weiter auf der Suche nach neuen Geldgebern. Man stehe ganz kurz vor einem Durchbruch, sagt er. Doch das hieß es auch schon vor sechs Monaten. Der Ärger hat seither kaum abgenommen. Der Eigentümer des Geländes will sein Grundstück zurück. Schon seit Jahren sind Zahlungen der Betreiber über­fällig. Die Schulden gehen in die Millionen.

Eigentümer Gerhard Preissing hatte schon im Frühjahr bekundet, dass der Park geräumt werden solle. Ein halbes Jahr später hat das bunte Treiben in Alt Rehse längst kein Ende. Auf dem mehr als 60 Hektar großen Gelände wohnen derzeit rund 40 Menschen. Sie wollen sich in der Gemeinschaft ein eigen­verantwortliches Leben in kreativem Umfeld ermöglichen, so heißt es auf der Internetseite des Projekts.

Preissing konnte sich mit seinen Forderungen bislang nicht durchsetzen. Ein Eilverfahren gegen weitere Veranstaltungen war im Frühsommer gescheitert. Kurz zuvor hatte das Amtsgericht einen Insolvenzantrag abgewiesen.

Doch von seinem Plan will sich der Investor aus der Oberpfalz nicht abbringen lassen. Im Gegenteil: Er nimmt neuen Anlauf. Wieder sollen sich die Richter in Neubrandenburg mit dem Lebenspark befassen. Einen neuen Insolvenzantrag und eine Klage auf Herausgabe des Grundstücks habe er eingereicht, so Preissing.

Kontrahent Wallner sieht das gelassen. „Man will uns unter Druck setzen, aber bisher sind alle diese Versuche gescheitert“, sagt er. Ihm sei vielmehr daran gelegen, Investoren zu finden, um den Geld-Streit zu beenden.

Preissing dagegen hat längst andere Pläne. Auf eine neue Zahlungsvereinbarung mit den Betreibern will er sich nicht einlassen. Die Unternehmensgruppe Rethra aus Neubrandenburg steht als neuer Käufer in den ­Startlöchern. Aus dem Gelände soll ein Ferienpark werden.  Wie das finanziert wird, darüber herrscht weiter Schweigen.

 

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