Ortsumgehung:

Streit um den Lärm in Waren bleibt laut

Aufgeben kommt für die Befürworter der Ortsumgehung in Waren immer noch nicht in Frage. Allerdings musste ihnen Stadtpräsident Norbert Möller einige Illusionen nehmen. Denn so einfach ist das alles nicht, wie sich das die Verlierer der Abstimmung denken.

Bietet neues Gespräch an: Norbert Möller.
Thomas Beigang Bietet neues Gespräch an: Norbert Möller.

Verloren ist verloren – doch die Anhänger der Ortsumgehung in Waren lassen weiter nicht locker. Trotz der Niederlage beim Bürgervotum am 22. September, als die Warener nach Ja oder Nein zur Trasse gefragt wurden, geht deren Kampf gegen Lärm und Abgase in der Stadt weiter. Eine Abordnung der frisch gegründeten Bürgerinitiative „Pro Ortsumgehung“ hat jetzt das Gespräch mit dem Stadtpräsidenten Norbert Möller gesucht. Sie wollte den künftigen SPD-Bürgermeister um seine Unterstützung für einen neuerlichen Bürgerentscheid bitten.

Doch Möller musste ihnen die Illusion rauben. Laut Kommunalverfassung sind Bürgerentscheide über sogenannte Bauleitplanungen nicht zulässig. Das vom Schweriner Verkehrsministerium am 22. September initiierte qualifizierte Bürgervotum galt als Ausnahme und nicht als Bürgerentscheid. Norbert Möller, der sich im Vorfeld der Entscheidung ebenfalls als Anhänger einer Trasse um Waren herum geoutet hatte, sieht jetzt die Einwohner der Stadt in zwei Lager geteilt. „Ich will jetzt versuchen zu vermitteln“, so der Leiter einer Grundschule. Möller konnte den Befürwortern aber versprechen, alles dafür zu tun, möglichst schnell den energischen Kampf gegen den Straßenlärm der durch die Stadt führenden B 192 aufzunehmen. Er lud seine Besucher zur Bürgerversammlung am 4. Dezember in die Mensa Waren-West ein. Auf der Veranstaltung soll der überarbeitete Lärmaktionsplan durch die Stadtverwaltung vorgestellt werden.

Wie Norbert Möller sagte, sei es ihm vorerst gelungen, die Bürgerinitiative vom sofortigen Start einer Unterschriftenaktion, mit der ein neuerlicher Entscheid gefordert werden soll, abzuhalten. „Wir haben uns auf einen neuen Gesprächstermin am 12. Dezember geeinigt und wollen dann gemeinsam über den neuen Lärmaktionsplan beraten.“ Möller will aber keine Luftschlösser bauen. Entscheidend könnten Krach und Abgase nur durch eine Ortsumgehung vermindert werden. „Die ist aber jetzt auf Beschluss der Mehrheit vom Tisch.“

 

 

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