Verein plant Anhörung:

SV Waren 09 suspendiert Jugendtrainer

Er ist raus. Rene D. wird vorerst als Trainer beim SV Waren 09 nicht mehr in Aktion sein. Der Verein möchte erst herausfinden, ob es stimmt, dass ihr Übungsleiter mit der rechtsextremen Szene sympathisiert. Auf Facebook will man seit langem Wissen, dass an den nun laut gewordenen Vorwürfen was dran ist.

Die dunklem Wolken über dem Müritz Stadion in Waren verziehen sich nicht. Nun gibt es Wirbel um einen Jugendtrainer.
Carsten Büttner Die dunklem Wolken über dem Müritz Stadion in Waren verziehen sich nicht. Nun gibt es Wirbel um einen Jugendtrainer.

Glaubt man den Kommentaren im sozialen Netzwerk, dann ist es ein offenes Geheimnis, dass der E-Jugendtrainer beim SV Waren 09 der rechtsextremen Szene nicht abgeneigt zu sein scheint. Nachdem diese im Zusammenhang mit Rene D.'s Trainerarbeit mit acht- bis zehnjährigen Kindern laut wurde, war der Aufschrei auf Facebook groß – für den Trainer.

Allerdings ist der am Dienstag von seinem Trainerjob suspendiert worden. Der Verein, so informierte Ex-Jugendobmann Thomas Röhr, habe ihn vorerst „von allen Aufgaben und Ämtern im Verein befreit“. Von Rauswurf aber könne keine Rede sein. Er sei lediglich freigestellt, bis der Verein Zeit hatte, den Anschuldigungen nachzugehen und daraus endgültige Konsequenzen gezogen werden könnten. Auch beim Verein hätte es reichlich Reaktionen gegeben. Rene D. sei noch am Dienstag über die Suspendierung informiert worden. Heute wollen Vorstand und Trainer die aktuelle Diskussion aufgreifen und auch dem Beschuldigten die Chance geben, etwas zu den Vorwürfen zu sagen. Dieser schweigt gegenüber Nordkurier und wollte sich am Telefon nicht dazu äußern.

Sport ohne Gesinnung?

Die meisten, die das Geschehen auf Facebook kommentierten, störte es nicht, dass Rene D. durch seine Fotos quasi weltweit mit rechtsextremer Gesinnung in Verbindung gebracht werden kann. Da sein Profil nicht auf den privaten Modus eingestellt ist, sind alle Fotos für jedermann sichtbar. Der Grundtenor ist eindeutig: Das Eine, seine rechte Gesinnung, habe mit dem Anderen, dem Sport, nichts zu tun, so lange er seinen Job gut macht und seine Meinung für sich behalte.

Das sehen einige Eltern anders. Der Jugendtrainer könne seine offensichtliche Gesinnung nicht von seiner öffentlichen Arbeit mit Kindern trennen. „So etwas geht nicht. Und erst recht nicht in einem Sportverein“, sagte eine Mutter. Dass es schon Diskussionen wegen eines Tattoos und eines Thor-Steinar-Shirts gegeben habe, hätte für den Verein Anlass sein müssen, „da mal tiefer hinter die Kulissen zu blicken“, so die Warenerin.

Dass man sich im Verein in der Hinsicht nichts vorzuwerfen habe, dass hatte der Ex-Jugendobmann, Thomas Röhr, bereits deutlich gemacht. „Es gibt Führungszeugnisse für alle bei uns im Verein Tätigen.“ Rudolf Borchert rät dem Warener SV 09 jedoch, die eigene Satzung genau zu studieren. Mehr als 20 Jahre war er Chef vom Müritzsportclub und dort sei per Satzung seit langem geregelt: „Null Toleranz für Rechtsextreme. Wir sind vom Landessportbund aus schon vor Jahren mit einer Mustersatzung zu den Vereinen gegangen und haben sie darauf aufmerksam gemacht, dass man darauf achten sollten einen Passus zu haben um solche Typen auszuschließen“, erzählt Borchert. Eine ähnliche Passage steht in der Satzung des SV Waren 09 nicht.