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Tag der Freude: „Die Warener haben ihr Wandbild wieder“

VonSilke Voß100 Jahre früher wurde „Die Himmelfahrt Christi“ für St. Marien gemalt. Einst übertüncht, erstrahlt das Bild nun neu. Grund zu danken an ...

Etliche Festgottesdienstbesucher, darunter auch Gäste aus Warens Partnerstädten in Bulgarien, Polen und Italien, lauschen der Predigt Bischofs Andreas von Maltzahn.  Foto: silke Voß

VonSilke Voß

100 Jahre früher wurde „Die Himmelfahrt Christi“ für St. Marien gemalt. Einst übertüncht, erstrahlt das Bild nun neu. Grund zu danken an Christi Himmelfahrt im 750. Jahr Warens.

Waren.Über all den Gottesdienstbesuchern, für die noch weitere Stühle bereitgestellt wurden, so voll und voller Freude war gestern St. Marien: Christus. Christus, der von einer Wolke emporgehoben und von den Blicken seiner Jünger begleitet gen Himmel fährt, um als Heiliger Geist in den Herzen der Gläubigen fortzuwirken.
Nach etwa 15 Jahren, als Geschäftsfrau Marlis Grünwoldt auf dem Dachboden ihres Hauses und des einstigen Atelierhauses des Malers in drei staubigen Papierrollen die 100 Jahre alte Vorlage für das Wandbild von Fritz Greve entdeckte, liegt das monumentale Bildwerk nun frei vor aller Augen. Wesentliches dekoratives Element im schlichten klassizistischen Kirchenraum, fiel es einst der Neuerungswut der 1960er-Jahre zum Opfer. So wurden etwa auch Warener Fischer, die Greve als Modelle dienten, übertüncht, denn „als Christ erkennbar zu sein, passte damals nicht in die atheistische Propaganga“, führte Bischof Andreas von Maltzahn in seiner Fest-Predigt aus. Pastor Leif Rother, der den liturgischen Gottesdienst gestaltete, würdigte die engagierten Warener für ihre Spendensammlung. Und nicht von ungefähr gestaltete just Bariton Lars Grünwoldt, der ja schließlich im Atelierhaus Greves in Jettchenshof bei Malchin aufgewachsen war, von der Orgelempore aus den Gesang. Während die vielen, vielen Zuhörer den innigen Liedern lauschten, fiel Sonne durch die frisch sanierten Fenster auf das Bild. Auch das nur möglich durch eine wundersame Spende von
90 000 Euro, die der Warener Kaufmann Karl-Friedrich Gurski ermöglichte: Aus dem Krieg zurück als erstes den Kirchturm am Horizont sehend, dankte er Gott für seine Wiederkehr mit einem Erbteil für die Kirchensanierung. „Dies ist ein Tag der Freude“, so Bischof von Maltzahn. „Denn die Warener haben ihr Wandbild wieder.“

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