Viele Kinder, kein Radweg:

Tempo 70 macht Eltern Angst

Das ist Bollewickern zu viel: Die Zahl der Autos auf der Landesstraße 24 nervt nicht nur. Sie bringt, so fürchten die Anwohner, auch ihre Kinder in Gefahr. Doch mit einem Radweg sieht es schlecht aus. Geschweige denn mit einem Tempolimit.

So lässt‘ sich‘s radeln. Doch der Schein trügt. Denn auf der L24 in Bollewick hört der Radweg mitten im Dorf auf. Eltern sorgen sich um ihre Kinder.
Carina Göls So lässt‘ sich‘s radeln. Doch der Schein trügt. Denn auf der L24 in Bollewick hört der Radweg mitten im Dorf auf. Eltern sorgen sich um ihre Kinder.

Eltern in Sorge, Ämter in Erklärungsnot. Eine wenig Erfolg versprechende Konstellation. Doch Tina Walter gibt nicht auf. Die junge Frau aus der Gemeinde Bollewick möchte endlich wieder ohne Panik erlauben, dass ihr Sohn zu Kumpels im Dorf saust. Doch einen Radweg gibt es auf dieser Stecke im auslaufenden Dorf nicht mehr. Der endet am Abzweig Erlenkamp. Das Tempo-70-Schild soll zwar das große Rasen Richtung Kambser Kreuzung verhindern. Aber Tina Walter weiß: „Die meisten fahren schneller, denn sie nehmen die Häuser hier nicht mehr als zum Dorf dazugehörend wahr. Aber ohne Radweg ist das hohe Tempo für unsere Kinder gefährlich“, sagt sie.

Und spricht nicht für ihre Familie. Inzwischen würden zwölf Kinder im Alter von 4 bis 13 Jahren in den letzten Häusern der Gemeinde wohnen. „Auch nach der Schule, wenn sie aus dem Bus steigen und auf der Straße nach Hause gehen, haben wir Angst“, sagt sie. Unterschriftensammlungen und Anfragen beim Straßenbauamt Neustrelitz seien erfolglos geblieben. So wandte sich die besorgte Mutter nun an den Nordkurier.

Zu wenig Gefahr zum Handeln

Was einen Radweg betrifft, so stehen die Chancen tatsächlich schlecht, war auf Anfrage aus dem Straßenbauamt zu erfahren. Grund: Die Fahrzeuge seien gezählt worden, die auf dieser Straße durchs Dorf rollen. Knapp 1800 pro Tag. Aber erst bei etwa 2500 am Tag würde man ernsthaft darüber nachdenken.

„Muss denn wirklich erst etwas passieren“, fragt Tina Walter. Wenn also kein Radweg, dann wenigstens wieder Tempo 50. Die habe es schon mal gegeben. Doch Haidrun Pergande, Sprecherin der Kreisverwaltung in Neubrandenburg, dämpft diese Wünsche. Aus den Verkehrszählungen habe sich ergeben, dass die L 24 in Bollewick eine relativ geringe Verkehrsbelastung habe. „Dieser kleinere Teil der Ortschaft weist keine geschlossene Bebauung, sondern nur eine teilweise einseitige Bebauung auf. Darum kann hier keine Ortstafel aufgestellt werden. Die Beschränkung der Höchstgeschwindigkeit auf 70 km/h wurde entsprechend geprüft und entschieden“, sagt sie. Will heißen: Es bleibt bei Maximal-Tempo 70.

Was die Eltern machen können, ist vielleicht selbst Schilder zu gestalten – mit Aufschriften wie „Vorsicht Kinder“. Aber darf man das einfach so? „Wenn man sicher gehen will, dann sollten die Anwohner eine Genehmigung nach dem Straßen- und Wegegesetz des Landes beim Straßenbaulastträger, also beim Straßenbauamt Neustrelitz, beantragen. Allerdings haben selbst gemalte (auch genehmigte) Schilder natürlich keine Rechtskraft“, betont Pergande.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung