Blitzer im Landkreis:

Temposünder blechen über eine Million Euro

Ihre Standorte sind eigentlich bekannt – dennoch tappen tausende Autofahrer in die stationäre Tempofallen im Landkreis. Das Ordnungsamt kann sich über satte Einnahmen freuen. Doch Kritiker meckern über die Auswahl der Mess-Stellen.

Der Landkreis setzt noch hauptsächlich auf die alten Blitzer. Doch auch die spülen jede Menge Geld in die Kassen.
© Dreadlock - Fotolia.com Der Landkreis setzt noch hauptsächlich auf die alten Blitzer. Doch auch die spülen jede Menge Geld in die Kassen.

Wer zu schnell fährt, den bestraft der Blitzer: Die stationären Tempofallen im Landkreis Mecklenburgische-Seenplatte haben im vergangenen Jahr
55 955 Verstöße registriert. Gegen die ertappten Raser wurden Buß- und Verwarngelder in Höhe von insgesamt 1 374 800 Euro verhängt, wie die Kreisverwaltung gegenüber dem Nordkurier mitteilte.

Auf den Straßen in der Region sind derzeit 20 Blitzer fest installiert – davon vier auf der B 192 zwischen Penzlin und Malchow. Während andere Kreise und Kommunen verstärkt stolze Summen in neue Hightech-Geräte investieren, vertraut man an der Seenplatte noch überwiegend auf die alten Starenkästen. Mit Hochleistungsblitzern werden Raser bislang nur an drei Standorten ins Visier genommen.

Rechnen sich das Mieten?

Die grauen Laser-Säulen in Mirow, Neustrelitz und Warlin erfassen seit 2013 Temposünder auf beiden Fahrstreifen und arbeiten schneller, präziser und zuverlässiger als die analogen Geräte. Die digitalen Tempofallen gehören einem privatem Anbieter und werden gemietet. Zu welchen Konditionen will beim Landkreis niemand verraten. Aus Wettbewerbsgründen, heißt es aus der Pressestelle.

Auch inwieweit sich der Betrieb der Superblitzer bislang „gelohnt“ hat, bleibt unklar. Es erfolge generell keine statistische Erhebung der einzelnen Messstandorte, teilte Sprecherin Haidrun Pergande mit. Dies sei weder vorgesehen noch erforderlich, da alle Anlagen als geeignete Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit anerkannt und genehmigt wurden.

Abzocke statt mehr Sicherheit

Blitzerkritiker äußern dagegen immer wieder Zweifel an der Auswahl der Mess-Standorte. Der alternative Mobilclub „Mobil Deutschland“ moniert regelmäßig, dass die Raserfallen oft gar nicht an Unfallschwerpunkten aufgestellt werden, sondern an Stellen, wo von den Autofahrern am meisten zu holen ist.

Der Landkreis weist solche Vorwürfe zurück und beruft sich auf seine Unfallkommission, ein mit Experten aus Verkehrsbehörden und Polizei besetztes Gremium. Mindestens zweimal jährlich analysiert diese das Unfallgeschehen, legt Maßnahmen zur Reduzierung der Verkehrsunfälle fest. Etwa 25 Mal pro Tag kracht es auf den Straßen in der Region. Zu hohe Geschwindigkeit ist nach wie vor eine der Hauptursachen für einen Crash. Und um den Rasern Einhalt zu gebieten, müsse eben manchmal auch ein Blitzer aufgestellt werden.

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Kommentare (1)

Richtig so.Viel mehr Blitzer müste es geben. Zumal wird das Geld dringend brauchen. Abkassiert das "Pa..".