Insolvenz und Zahlungsforderungen:

Teurer Rosenkrieg! Marihn welkt dahin

Einst blühten im Garten von Marihn zehntausende Rosen. Derzeit sieht es auf der Anlage eher trist aus. Die aktuellen Betreiber bleiben nebulös im Hintergrund. Der Begründer des Parks soll dagegen mindestens 600 000 Euro zurückzahlen.

Wohin führt der Weg? Im einstigen Rosen-Imperium herrscht Wildwuchs.
Udo Roll Wohin führt der Weg? Im einstigen Rosen-Imperium herrscht Wildwuchs.

Mit der Winterruhe ist es für die Gärtner längst vorbei. Beete werden vorbereitet, die erste Saat ist bereits im Boden. Bewegung gab es auch im einst viel gerühmten Garten von Marihn, wo zu Glanzzeiten mehr als 10 000 englische Rosen blühten. Allerdings machte das Treiben in der Parkanlage die täglichen Beobachter eher stutzig. Ein Augenzeuge äußerte gegenüber dem Nordkurier die Vermutung, der Garten könnte geplündert werden.     

Alarmierende Meldungen über ähnliche Geschehnisse im Park hatte es bereits im Dezember vergangenen Jahres gegeben. Nachbarn befürchteten, dass es den kostbaren Rosen an die Dornen gehen könnte und der Gartenbegründer Horst Forytta den Verkauf einiger Flächen vorbereite. Es seien Grundstücke umgebrochen worden, aber nur, um Neuanpflanzungen vorzubereiten, hatte Forytta seinerzeit beruhigt. Auch die aktuellen Gartenbetreiber sprachen gegenüber dem Nordkurier noch im März von einer Umgestaltung ihres Bereiches. Man wolle die Anlage wieder zur Rosenblüte um den 21. Juni für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Was ist dran an dieser Aussage?

Trister Eindruck im Garten

Derzeit macht der Garten einen eher tristen Eindruck. Das Eingangstor ist mit einem schwarzem Vorhängeschloss gesichert. Hinweisschilder für Besucher sind mit einer rot-braunen Rostschicht überzogen. Auf dem Gelände steht aber eine großes Tafel mit Terminen für Rosenverkäufe im Mai. Ist dieses Jahr gemeint? Vom Betreiber, GP Concepts und Services, bekommt man dazu keine Auskunft. Wer sich den Internetauftritt anschaut, erfährt lediglich: „Diese Seite wird derzeit aktualisiert, wir bitten um Geduld.“ Der im Impressum angegebene Telefonanschluss mit Penzliner Vorwahl ist außer Betrieb. Auch auf eine schriftliche Anfrage reagierten die Betreiber nicht.

Ähnliche Erfahrungen mit der Gesellschaft haben auch die Rechtsanwälte des Insolvenz- und Zwangsverwalters BBL Bernsau Brockdorf gemacht. Bislang sei keinerlei Kontakt zustande gekommen, teilte BBL mit. Die Insolvenzverwalter wickeln die Verfahren der pleite gegangenen Gartenakademie und weiterer Firmen aus dessen Umfeld ab. Die Gesellschaft GP Concepts sei an diversen Grundstücksgeschäften beteiligt gewesen, erklärte BBL das Interesse an den aktuellen Gartenbetreibern.

Ministerium fordert 600000 Euro

Das Insolvenzverfahren gegen die von Horst Forytta gegründete Gartenakademie und weitere Firmen, in denen der Begründer als Geschäftsführer fungierte, ziehen sich bereits seit Jahren hin. Laut BBL fehlen derzeit immer noch zahlreiche Geschäftsunterlagen. Ein Abschluss der Angelegenheit sei derzeit nicht in Sicht. Die Forderungen der Gläubiger lägen im sechsstelligen Bereich. Unter anderem will das Wirtschaftsministerium einen 2006 gewährten Zuschuss in Höhe von 600 000 Euro zurückhaben. Die Fördermittel waren für den Umbau des Schlosses zu einer Pension gedacht. Empfänger war eine von Forytta geleitete Immobiliengesellschaft, die ebenfalls pleite ging. Die Rückforderung des Geldes werde im Zuge des Insolvenzverfahrens aufrecht erhalten, teilte das Ministerium mit.

Es bleibt also spannend, ob die Besucher im Juni im Garten von Marihn wirklich Rosen zu sehen bekommen.

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