Verhandlung gegen Jäger:

Todesschuss auf Hündin "Strudel" vor Gericht

Tierschützer und Jäger werden am Mittwoch nach Waren blicken. Der Fall der Hündin, die grundlos einer Kugel aus einem Jäger-Gewehr zum Opfer gefallen sein soll, wird vor dem Amtsgericht an der Müritz verhandelt.

Strudel war nach Angaben ihrer Besitzer zutraulich und ein toller Spielkamerad für die Kinder.
Sabine Kosin Strudel war nach Angaben ihrer Besitzer zutraulich und ein toller Spielkamerad für die Kinder.

Mit einem spektakulären und gleichsam emotionalen Fall wird sich das Amtsgericht Waren am Mittwoch beschäftigen. Angeklagt ist ein 60-jähriger Jäger aus Groß Plasten. Er soll die junge Bärenhündin "Strudel" einer Familie aus Schloen ohne Grund erschossen haben. Der Hundebesitzer hatte Anzeige gegen den Schützen erstattet.

Große Hoffnung hatte er nach eigenem Bekunden zunächst nicht, dass sich die Justiz für einen toten Vierbeiner überhaupt interessiere. Doch die Behörden haben den Fall ernst genommen. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren gegen den beschuldigten Jäger ein. Es wurde Anklage gegen den Schützen erhoben mit dem Vorwurf: Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Denn: Wer ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder ihm erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt, der macht sich nach deutschem Recht strafbar. Im heutigen Prozess wird es vor allem um die Frage gehen, ob der Jäger einen „rechtfertigenden Grund“ für die Tötung des Hundes hatte.

Der Fall der Hündin, die frei auf einem Feld umhergelaufen und von einem Jäger mit einem gezielten Schuss getötet worden war, hatte ein bundesweites Echo hervorgerufen. Die Tierschutzorganisation Peta hatte sich eingeschaltet und den Jägern Beuteneid und Lust am Töten unterstellt. Die Tierschützer forderten ein Neureglung der Jagdgesetze in MV, um entsprechend Haustiere vor dem Tod durch Jägerhand zu bewahren. Der Schütze hatte seinerzeit das Anlegen und Zielen auf "Strudel" mit der geltenden Bestimmung gerechtfertigt, dass in MV frei laufende wildernde Hunde erschossen werden dürfen. Nach Schilderungen des Schützen soll die Bärenhündin ein Stück Wild im Maul gehabt haben. 

 

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