Verletzte Tiere:

Todesschuss kommt aus der Maschinenpistole

So selten ist das gar nicht, dass Polizisten im Einsatz zur Pistole greifen und auch schießen. Allerdings haben die Ordnungshüter der Seenplatte dabei im vergangenen Jahr nicht einmal „Halt, stehen bleiben“ rufen müssen.

Öfter als ihnen lieb ist, müssen Polizisten sterbende Tiere nach Wildunfällen von ihrem Leid befreien.
Arno Burgi Öfter als ihnen lieb ist, müssen Polizisten sterbende Tiere nach Wildunfällen von ihrem Leid befreien.

Gutes und regelmäßiges Schießtraining zahlt sich aus. Nur einen einzigen Schuss benötigte jener Polizist aus Röbel, der zu Wochenbeginn einen wildernden Schäferhund zur Strecke bringen musste. „Zwei Mal im Jahr muss sich jeder Polizeibeamte einem Schießtraining mit anschließender Überprüfung stellen“, sagt der Sprecher des Neubrandenburger Polizeipräsidiums, Andreas Scholz. Dafür stünden Schießplätze im Freien, eine Schießhalle und ein mobiler Schießcontainer zur Verfügung.

Intensives Schusstraining

Und wer dieses sogenannte einsatzbezogene Training nicht bestehe, werde zur Teilnahme an einem Intensivkurs aufgefordert. „Im schlimmsten Fall“, so der Sprecher der Behörde, „muss die Erlaubnis zum Tragen der Dienstwaffe rückgängig gemacht werden“. Allerdings sei ihm kein Beispiel dafür bekannt, dass Polizisten aus dem Neubrandenburger Präsidium wegen zu schlechter Trefferquote davon betroffen seien.

Denn die Ordnungshüter an der Seenplatte mussten im vergangenen Jahr häufig die Dienstwaffe zücken. Sage und schreibe 184-mal machten die Polizisten 2014 von der Dienstwaffe Gebrauch. Allerdings – geschossen wurde ausschließlich auf Tiere. „Und dabei“, so Andreas Scholz, „sind solche Einsätze wie gegen den Hund in Röbel noch eindeutig in der Minderzahl.“ Viel öfter müsse durchgeladen und geschossen werden, um verletzte Tiere nach Wildunfällen zu töten. „Das verlangt das Tierschutzgesetz, um Rehe und die anderen Waldbewohner nicht unnötig lange leiden zu lassen“, klärt der Beamte auf. Und dabei komme auch gar nicht in jedem Fall die übliche Dienstpistole P 6 zum Einsatz, sondern sogar die Maschinenpistole MP 5, die ebenfalls zur Ausrüstung der Landespolizei zählt. „Die Durchschlagskraft dieser Waffe ist bedeutend größer und das Leiden der Tiere so schneller beendet.“

Warnschuss himmelwärts

Mit der Dienstwaffe gegen Menschen, daran sind strenge Bedingungen geknüpft. Etwa, um in einer Notwehrsituation oder der Gefahrenabwehr das eigene oder das Leben anderer zu schützen. Grundsätzlich muss dabei dem gezielten Schuss ein Warnschuss „himmelwärts“ vorangehen – wenn dafür die Zeit bleibt. Reaktionsschnelligkeit dieser Art zählt ebenso zum Training, lässt Scholz wissen.

 

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